Schlechte Noten: Probleme bei Zentralabitur-Testlauf in NRW
zuletzt aktualisiert: 30.10.2006 - 21:27Düsseldorf (RPO). Eine Generalprobe für das Zentralabitur in NRW sind mehrere Schwachstellen ans Licht gekommen. Schulministerin Barbara Sommer räumte ein, es sei "nicht alles rund gelaufen". Unter anderem gab es bei der Formulierung der Aufgaben Probleme. Auch die Durchschnittsnoten lassen zu wünschen übrig.
Auch beim Verständnis von Fachbegriffen und bei der Bewertung durch die Lehrer seien Schwierigkeiten aufgetreten. Die Ministerin zeigte sich zugleich überzeugt, dass diese Probleme bis zur Premiere der Zentralprüfungen im Mai kommenden Jahres behoben werden könnten.
Die "Hausaufgabe" für das Ministerium nach dem Testlauf sei eine "passgenauere Vorbereitung", betonte die Ministerin. Nach einer detaillierten Analyse seien daher alle Prüfungsaufgaben für das kommende Jahr nochmals überarbeitet worden. Sollten dennoch größere Störfällen bei den zentralen Prüfungen auftreten, würden notfalls Teile von Klausuren besonders bewertet oder Klausuren komplett wiederholt, kündigte Sommer an und betonte: "Den Schülern dürfen aus der Einführung zentraler Prüfungen keine Nachteile entstehen." Sie seien "keine Versuchskaninchen".
An dem Testlauf für die erstmals zentral gestellten Aufgaben hatten sich den Angaben zufolge im Frühjahr die zwölften Klassen von rund 90 Prozent der Gymnasien und Gesamtschulen beteiligt. Bei den Klausuren in den zehnten Klassen waren es rund 30 Schulen. Geprüft wurde unter anderem in den Fächern Deutsch, Mathematik, Geschichte und Biologie.
Bei den Probearbeiten für das Zentralabitur wurden im Durchschnitt Differenzen von einer Drittelnote im Vergleich zu Untersuchungen der Vorjahre festgestellt. Dies entspreche dem Unterschied zwischen "gut" und "gut minus". Die Durchschnittsnoten lagen zwischen "befriedigend" und "ausreichend". Grund sei auch eine fehlende Vorbereitungszeit gewesen, die den Schülern im kommenden Jahr zur Verfügung stehe. Bei den Prüfungen in Klasse zehn wurden je nach Schulform und Fach Abweichungen nach unten und oben festgestellt.
Als Beispiele für Probleme nannte die Ministerin, dass bei Deutschklausuren Umfang und Schwierigkeit der Texte teilweise zu hoch gewesen seien. Als Konsequenz aus Problemen bei Mathematikklausuren werde die Zahl der frei zu wählenden Aufgaben von 3 auf 28 erweitert. Bei Geschichtsklausuren hätten Lehrer wegen unklarer Formulierung nicht korrekt bewertet.
Im kommenden Jahr werden die Schulen die zentralen Aufgaben einen Tag vor den Prüfungen im Internet herunterladen können, wie Sommer erläuterte. Sie warnte zugleich die Lehrer davor, "zu pfuschen" und mit den Schülern zu üben. Dies könne im schlimmsten Fall dazu führen, dass alle Klausuren landesweit neu geschrieben werden müssten. Zugleich drohten strafrechtliche Konsequenzen.
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