Fälle in Rheinland-Pfalz und im Saarland: Rindfleisch ohne BSE-Test im Handel
zuletzt aktualisiert: 07.01.2004 - 11:30Mainz (rpo). Obwohl seit 2001 eine Testpflicht für Rinder über 24 Monate gilt, gelangt in Deutschland immer noch Rindfleisch in den Handel, das nicht auf BSE getestet worden ist. Sowohl in Rheinland-Pfalz als auch im Saarland sind entsprechende Fälle bekannt geworden.
Wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium am Dienstagabend in Mainz berichtete, hat ein bundesweiter Datenabgleich Unstimmigkeiten zwischen der Zahl der geschlachteten Rinder und der Zahl der durchgeführten BSE-Tests ergeben. In Rheinland-Pfalz habe eine erste Überprüfung ergeben, dass im vergangenen Jahr 51 Tiere im Alter von über 24 Monaten geschlachtet, aber nicht auf die tödliche Rinderseuche getestet wurden.
Das Umweltministerium machte für die Umgehung der Testpflicht unter anderem so genannte Schwarzschlachtungen verantwortlich. In den entsprechenden Fällen sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. Insgesamt seien in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rund 60.000 BSE-Tests durchgeführt worden. Im Saarland ist in den vergangenen beiden Jahren das Fleisch von mindestens 26 Rindern ohne den vorgeschriebenen BSE-Test verkauft worden. Dies hatte Gesundheits-Staatssekretär Josef Hecken am Dienstag in Saarbrücken mitgeteilt.
Im Saarland ist das Fleisch von mindestens 26 Rindern ohne den vorgeschriebenen BSE-Test verkauft worden. Wie Gesundheits-Staatssekretär Josef Hecken am Dienstag mitteilte, hat ein amtlich bestellter Tierarzt in St. Wendel innerhalb eines Jahres das Fleisch von 25 Rindern ohne Tests freigegeben. In dem einen weiteren Fall handelt es sich um eine Schwarzschlachtung durch eine inzwischen nicht mehr bestehende Metzgerei in Saarbrücken im Jahr 2002.
Strafanzeige nach 25 Fällen
Wegen der 25 Fälle in St. Wendel erstattete Hecken nach eigenen Angaben Strafanzeige. Dem Tierarzt warf er vor, grob pflichtwidrig gegen geltendes Gesetz verstoßen und in verantwortungsloser Weise die Gesundheit von Menschen gefährdet zu haben. Außerdem beklagte der CDU-Politiker einen schweren Vertrauensverlust der amtlichen Lebensmittelüberwachung, den man nur durch Transparenz und drakonische Maßnahmen gegen die Verantwortlichen begrenzen könne.
Seit dem Jahr 2001 müssen in Deutschland alle über 24 Monate alten Rinder nach der Schlachtung auf BSE getestet werden. Da alle Ohrmarken der Rinder zentral erfasst werden, kann man den Verbleib der Tiere kontrollieren. Bei einem bundesweiten Datenabgleich waren in über 10.000 Fällen Unstimmigkeiten festgestellt worden. Nach Heckens Darstellung sind diese aber häufig auf Eingabefehler bei der Durchgabe der Ohrmarkennummern zurückzuführen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
