Foto: European Space Imaging, DLR
Landwirtschaft in Castilla-La Mancha, Spanien
Südwestlich von Albacete in der Provinz Castilla-La Mancha/Spanien
wird – trotz schwieriger klimatischer Bedingungen – intensive Landwirtschaft
betrieben. Vorwiegend wird Getreide angebaut. Bei den kreisrunden Flächen handelt es sich um bewässerte Felder – ihre Form entsteht aus dem Bewässerungssystem, das die Felder „im
Kreis“ beregnet. Die rote Farbe kommt durch die Darstellung in
Falschfarben zu Stande – je intensiver die Rotfärbung, desto gesünder
die Vegetation.
Altun-Shan-Berge, China
Das Bild zeigt kahle Berge am Südrand des sehr trockenen Altun-Shan-Gebirges in Nord-China. Die grünen Flecken am oberen rechten Bildrand weisen auf metallhaltiges Gestein. Die große ockerfarbene
Fläche ist ein ausgetrockneter Salzsee. Links und rechts davon liegen
versalzene Böden (bläulich). Die schwarze Linie, die das Bild durchquert,
ist eine Straße. Am oberen Rand ist der Salzsee als weiße Insel
zu erkennen. Die Volksrepublik China verwendet solche Aufnahmen,
um das Land geologisch zu kartieren.
Bergland von Tienschan, China
Dieser kaum besiedelte Bereich im Nordwesten Chinas wurde in einer
speziellen Mission vermessen, bei der zwei Satelliten in 40-minütigem
Abstand exakt hintereinander herflogen. Die zweifache Messung des
Gebiets in kurzem Abstand ergab sehr genaue Höheninformationen.
Die Farben entsprechen denen bekannter Landkarten: Braun für
Berge, Grün für Ebenen. Die plastische Wirkung erhält man durch
zusätzlich eingerechnete Schatten.
Delta des Kaladan, Myanmar/Burma
Im Delta des Kaladan in Myanmar/Burma liegen riesige Mangrovenwälder
– hier dunkelgrün dargestellt, hellgrüne Flächen sind Sumpfgebiete,
dunkle Punkte sind Rodungsinseln. In der Monsunperiode
wird das Land oft überflutet, denn es liegt nur wenig über dem
Meeresspiegel. Dadurch verändert es sich ständig.
Foto: USGS, EROS Data Center
Die Große Salzwüste: Dasht-e Kavir, Iran
Dasht-e Kavir, südöstlich von Teheran, ist mit 55.000 km2 Fläche eine
der größten Salzwüsten der Erde. Der Wind hat den Sand weggefegt
und das Grundgestein aus mehrschichtig abgelagertem Ton freigelegt –
hier bräunlich dargestellt. An den blauen Farben erkennt man Salzseen
oder -sümpfe mit einer Salzkruste. Die konzentrischen Kreise
zeigen, dass hier nach früheren Überschwemmungen sehr langsam
Wasser verdunstet ist.
Escondida: Die größte Mine der Welt
Chile
Mitten in der Atacama-Wüste im Norden Chiles liegt in 3.050 Metern Höhe die größte Kupfer-,
Gold- und Silbermine der Welt. In diesem Tagebau werden täglich 127.000 Tonnen Erz gewonnen.
Der Vergleich der beiden Aufnahmen zeigt, wie man Satellitenbilder zum Erkunden von
Bodenschätzen nutzen kann: Hier sieht man das Gebiet ähnlich wie es unser Auge aus einem
Flugzeug sehen würde...
Escondida: Die größte Mine der Welt
Chile
...Ganz anders erscheint die Mine im kurzwelligen Infrarot-Licht: Diese Technik ist besonders geeignet, um verschiedene Gesteinsarten voneinander zu
unterscheiden. Kupferhaltige Mineralien im Boden verraten sich in dieser Falschfarbendarstellung
durch die grüne Farbe. Rötlich-beige erscheinen die bereits abgebauten Flächen.
Gletscherschmelze, Chile
Diese Aufnahme in Falschfarben zeigt den großen San-Quintin-
Gletscher im Süden Chiles. Das Eis reicht bis ins Flachland hinunter,
der seitliche Bewuchs ist rot dargestellt. Die Gletscherzunge mündet
in einen See (linker Bildrand), umgeben von der Endmoräne, die der
Gletscher vor sich herschiebt. Berggletscher reagieren viel schneller
auf einen Temperaturwechsel als Gletscher an den Polen. Einige
Gletscher in den Anden sind schon erheblich kleiner geworden.
Landwirtschaft am Rande der Wüste, Saudi-Arabien
In Trockengebieten, wie hier am Rande der saudi-arabischen Wüste,
ist Landwirtschaft nur mit intensiver Bewässerung möglich. Die zwei
dunklen Kreise am linken Rand sind bewässerte Felder. Hochgepumptes
Grundwasser wird von Bewässerungsanlagen verteilt. Die rotorange
eingefärbte Fläche links ist eine Dünenlandschaft. Rechts
sieht man in Blau Gebirgszüge mit nacktem Felsgestein.
Bathymetrie Nordatlantik
Prozesse unter der Wasseroberfläche, die die Gestalt unserer Kontinente entscheidend beeinflussen, das Relief des Meeresbodens
und seine Geschichte können durch Satellitentechnik rekonstruiert werden. Das Bild zeigt den Nordatlantik mit dem vulkanisch äußerst aktiven Island, das auf einem mittelozeanischen Rücken liegt. Entlang
des unterseeischen Gebirgskamms dringt Lava an die Oberfläche und schiebt die Kontinentalplatten auseinander. Vor 120 Millionen Jahren begann so die Trennung von Europa und Amerika, die sich 80
Millionen Jahre lang fortsetzte.
Foto: USGS, EROS Data Center
Die Flussmündung des Betsiboka (Madagaskar)
Der Hafen von Mahajanga im Nordwesten Madagaskars versandet
mehr und mehr, weil im Landesinnern Wälder gerodet werden. Man
benötigt das Holz als Brennstoff und die gerodeten Waldflächen für
die Landwirtschaft. Doch ohne die schützenden Wälder schwemmt
der starke Monsunregen die oberste Erdschicht weg: Frisch angelegte
Reisfelder versanden und die Erde wird über den Fluss Betsiboka in
die Bucht von Mahajanga gespült.
Virtuelles Panorama – der Alpenbogen, perspektivisch
Viele unterschiedliche Quellen, auch satellitengestützte Messungen,
lieferten die Daten für dieses digitale Höhenmodell des gesamten
Alpenbogens. Es ist flächendeckend und von konsistenter Qualität.
Unterschiedlichen Höhen wurden Farben zugeordnet: Sie reichen von
Dunkelgrün (Tiefland) über Hellgrün, Gelb, Ocker, Braun bis zu Lagen
um etwa 3000 m, die dunkelbraun eingefärbt sind. Höhen oberhalb
etwa 3000 m erscheinen in Weiß.
Die Erde bei Nacht
Der schlaflose Planet – mit hoch empfindlichen Kameras kann man aus dem All beinahe jedes Licht auf der Erde sehen. Lichtermeere gibt es überall dort, wo Ballungsgebiete und große Städte sind. Aber die Anzahl der Bewohner entspricht nicht unbedingt der Helligkeit: Indien und China
mit Milliarden von Menschen sind relativ dunkel. Daraus kann man Rückschlüsse auf den
Energieverbrauch verschiedener Länder ziehen. Gerade in den USA kann man erkennen, dass
dort mit elektrischem Licht verschwenderisch umgegangen wird. Selbst in kaum besiedelten
Gebieten ist es relativ hell.
Foto: USGS, EROS Data Center
Das „Ochsenauge“ – Wegweiser für Astronauten, Mauretanien
Mit seinem Durchmesser von knapp 50 km ist das markante Ochsenauge wichtiger Orientierungspunkt für Space Shuttles: Ist das Gebiet überflogen, steht die Landung auf Cape Canaveral bevor. Anfangs vermuteten die Wissenschaftler, die runde Struktur sei Folge eines Meteoriten-Einschlags. Heute gehen sie davon aus, dass es sich um einen Plutonit handelt: einen Magmastrom, der unter der Erdoberfläche zum Stillstand gekommen ist. Oberflächliches Erdmaterial wurde vom Regen abgetragen.
Der Gardasee, Italien
Italiens größter See – der Gardasee – wurde durch Gletscher
während der letzten Eiszeit geformt. Auf einer Halbinsel im Süden
des Sees (im Bild links) liegen Sirmione sowie römische Ruinen und
die berühmte Scaliger Burg. Satelliten sehen mehr als das menschliche
Auge: Dieses Bild zeigt nur den See, die Umgebung wurde ausgeblendet.
Foto: EUMETSAT,
DLR/Planetary Visions
Klare Sicht über Europa
Aus einem Satellitenbild des europäischen METEOSAT-Satelliten wurden Wolken herausgelöst und auf ein – eigentlich wolkenfreies – Bild von Europa überlagert. Es entsteht ein sehr realistischer Farbeindruck, der so detailliert mit einem „normalen“ METEOSAT-Bild nicht zu erreichen wäre. METEOSAT-Daten spielen eine wesentliche
Rolle bei Wettervorhersagen und der langfristigen Beobachtung von
Klima und Atmosphäre.
Foto: USGS, EROS Data Center
Kriegsspuren am Persischen Golf
Irak/Iran
Spuren von militärischen Konflikten sind sogar aus dem Weltall zu erkennen: Diese Aufnahme entstand lange nach dem Krieg zwischen Irak und Iran (1980-1988): In der linken Bildhälfte sieht man den Fluss Schatt el-Arab, der im Süden die Grenze zwischen Irak und Iran bildet. Im oberen rechten Viertel liegen entlang der Grenze militärische Schutzwälle und Dämme. In dem sumpfigen Gelände haben die Iraker diese Wälle für ihre Geschütze aufgeschüttet.
Foto: USGS, EROS Data Center
Der Lambert-Gletscher, Antarktis
Der Lambert-Gletscher in der Ost-Antarktis ist der größte der Welt:
Er ist über 400 km lang und knapp 50 km breit. In ihn mündet ein
Eisfall (obere Bildhälfte) mit 400 m Höhenunterschied. Das Eis ist
Nachschub für den Gletscher. An der Küste schiebt sich der Gletscher
auf das Meer hinaus. Dieses Schelfeis besteht also hauptsächlich
aus Süßwasser. Die riesigen Eisberge, die in den Polarmeeren treiben,
sind Bruchstücke solcher Gletscher.
Foto: USGS, EROS Data Center
Landwirtschaft in Kansas
USA
Kreisrunde Flecken bestimmen dieses Bild – es sind Wiesen und Felder. Die ungewöhnliche Form erklärt sich durch die Bewässerungsmethode: Ein bis zu 400 Meter langer Arm mitWasserdüsen fährt um eine Wasserquelle und beregnet das Ackerland. Die Farben dieser Aufnahme geben gleichzeitig Hinweise auf die Bodenfeuchtigkeit und auf das Getreide oder Gemüse, das angebaut
wird.
Madrid, Spanien
Die Spanische Hauptstadt Madrid hat ein grünes Herz, den Parque del Retiro. Der Park erscheint auf Grund der Falschfarbendarstellung in diesem Bild allerdings rot. Das dunkle Viereck darin ist
ein See. Besonders große Parkanlagen und Grünflächen, wie der Central Park in New York oder der Englische Garten in München wirken in der Sommerhitze als Klimaanlagen für umliegende Stadtviertel. Solche Kaltluftinseln lassen sich sehr gut durch Satelliten beobachten und bei der
Planung neuer Wohnquartiere berücksichtigen.
Der Ngorongoro-Krater, Tansania
Über dem Serengeti-Nationalpark ist diese Aufnahme entstanden: In der Mitte sieht man den Einsturzkrater (Caldera) des Ngorongoro-
Vulkans. Das Ngorongoro-Wildreservat liegt in dieser Caldera. Die Seen sind dunkelblau eingefärbt, Berge und offene Felsen braun. Die trockene Vegetation der tiefer liegenden Savanne ist in hellem Blau abgebildet. Im Krater ist es feuchter, der Bewuchs ist daher üppiger und grün gefärbt. Mit solchen Aufnahmen überwacht die Naturparkverwaltung
die Entwicklung der Vegetation im Park.
Foto: European Space Imaging, DLR
Spreebogen und Zentrum, Berlin
Das Gesicht der deutschen Hauptstadt hat sich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs deutlich
geändert. Die Mauer verlief von 1961 an in Nord-Süd-Richtung durch die Mitte dieses
Bildausschnitts, bis die Menschen in der DDR im Herbst 1989 die deutsch-deutsche Grenze niederzwangen. Aus der größten Baustelle Europas ist am Potsdamer Platz ein neues, modernes Zentrum entstanden. Das markante Dach des Sony-Centers ist auch aus 680 Kilometer Höhe gut erkennbar. Auch die Dimensionen des neuen Hauptbahnhofs Berlin werden aus der Satellitenperspektive deutlich.
Sturmtief Lothar/NOAA-14 AVHRR
Die Dynamik und Kraft eines Tiefdruckwirbels sind hier deutlich zu
erkennen. Um Weihnachten 1999 raste das Sturmtief Lothar quer
durch Frankreich, die Schweiz und Deutschland. Etwa 100 Menschen
starben, über 100 Millionen Bäume wurden umgeknickt. Versicherter
Schaden: rund 3 Milliarden Euro. Satellitentechnik ermöglicht immer
präzisere Vorhersagen und optimiert damit kontinuierlich den Schutz
vor Unwetterkatastrophen.
Vulkan Kljucevskaja Sopka, Russland
Auf der dünn besiedelten russischen Halbinsel Kamtschatka steht einer der aktivsten Vulkane der Erde, der Kljucevskaja Sopka. Er gehört zum Feuergürtel des Pazifiks mit rund 500 aktiven Vulkanen. Unter Kamtschatka stoßen die pazifische und die eurasische Erdplatte
zusammen. Das Bild entstand nach den Ausbrüchen vom 30. September 1994: Rötlich gefärbte Flächen sind erkaltete Lava.
Grünlich-blaue Linien zeigen Schlammströme aus geschmolzenem Schnee und vulkanischer Asche, die Felder und Siedlungen im Tal
bedrohen könnten.
Wüste Namib, Namibia
Dieses Radarbild zeigt die Wüste Namib bei Diaz Point nahe Lüderitz.
In dieser Region fallen nur 10 bis 20 mm Niederschlag im Jahr. Die
violett gefärbten Gebiete sind Sanddünen, die bis zur Küste reichen. Die orange gefärbte Fläche ist der Atlantik. Das schmale, helle Band zwischen Land und Meer ist der Strand. Oben rechts erkennt man
aus der Sandoberfläche herausragende Felsen. Aufnahmen dieser
Art werden genutzt, um geologische Strukturen unter dem Wüstensand
zu entdecken.
Wirbel und Strömungen im Ozean
Im Ozean bilden sich Wirbel und Strömungen, die nur auf Satellitenbildern
deutlich erkennbar sind: Die Farbe verrät winzige chlorophyllhaltige
Algen (Plankton) – Grundnahrung für viele Fische. Je höher die
Temperatur und der Chlorophyllgehalt, desto höher ist die Planktonkonzentration
(rot). Nährstoffärmere Bereiche (blau) sind kälter und
enthalten weniger Futter für die Fische. Die schwarzen Flächen oben
zeigen das Festland bzw. kleinere Inseln (unten rechts).
Foto: ACRoRS, Bangkok Thailand, ESA
Vulkan Mayon, Philippinen
Der Mayon ist der aktivste Vulkan auf den Philippinen – 47-mal ist er seit dem Jahr 1616 ausgebrochen. Das Bild wurde von einem
Radarsatelliten aufgenommen und zeigt charakteristische farbige Streifen. Sie entsprechen den Höhenlinien von Landkarten und geben die Höhenschichtungen auf einige Meter genau wieder. Je dichter die farbigen Linien, desto steiler ist der Berg. Wenn sich
der Vulkan in der Höhe verändert, ist das ein sicheres Zeichen für Aktivitäten in seinem Inneren.