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Mikroben zerstörten seinen Rachen: Tyrannosaurus fiel Einzellern zum Opfer

zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 15:24

San Francisco (RPO). Forscher vermuten, dass das berühmte Tyrannosaurus-rex-Weibchen "Sue" unter Parasiten litt. Möglicherweise starb die Riesen-Echse sogar an der Infektion. Verletzungen des Kieferknochens deuten darauf hin, dass die Mikroben den Rachen des Tiers zerstörten und es so schließlich verhungerte.

Illustration der Verletzungen, die der Tyrannosaurus "Sue" durch den Befall mit parasitischen Trichomonaden erlitten haben könnte.  Foto: Chris Glen/University of Queensl, ddp
Illustration der Verletzungen, die der Tyrannosaurus "Sue" durch den Befall mit parasitischen Trichomonaden erlitten haben könnte. Foto: Chris Glen/University of Queensl, ddp

Eine Infektion mit der Parasitenkrankheit Trichomonose zerstörten den Rachen des Sauriers vermutlich soweit, dass er schließlich verhungerte. Das schließen Forscher aus Verletzungen in den Kieferknochen des fast 13 Meter hohen Skeletts, die typisch für die Krankheit sind. Bisher wurden die Veränderungen einer Bakterieninfektion oder Kampfverletzungen zugeschrieben.

Die neuen Untersuchungen weisen aber auf eine Ansteckung mit dem Parasiten hin, der auch heute noch Raubvögel befällt. Ewan Wolff von der Universität von Wisconsin in Madison und seine Kollegen berichten im Fachjournal "PLoS ONE" (Bd. 4, Nr. 9, Artikel e7288) über ihre Entdeckung.

Das sieben Tonnen schwere Ungetüm Sue fand 1997 seine letzte Ruhestätte im Field-Museum für Naturgeschichte in Chicago. Aus dem Kiefer ragen bis zu 18 Zentimeter lange Zähne, doch nicht einmal sie konnten laut den Forschern das Dinosaurierweibchen vor seinem Schicksal bewahren: Sue scheint vor gut 67 Millionen Jahren quasi vor gedecktem Tisch verhungert zu sein, nachdem Trichomonaden - winzige Geißeltierchen - ihren Rachen und die Speiseröhre zerstört hatten.

"Ohne intakten Rachen überlebt kein Tier lange, egal wie kräftig es ist", erklärt Wolff. Nach Ansicht der Forscher haben sich die Parasiten durch Knochen und Gewebe gefressen und dieses schließlich soweit zerstört, dass Sue zwar noch Beute jagen konnte, aber nicht mehr in der Lage war, diese auch zu fressen.

Die Wissenschaftler hatten in ihrer Studie verschiedene Saurierskelette untersucht und bei zehn Exemplaren Schäden an den Kieferknochen gefunden, die nicht von Verletzungen durch andere Dinosaurier oder Bakterienbefall herrühren können. Diese sogenannten Läsionen haben runde, glatte Kanten und nicht eine ungleichmäßige, rissige Beschaffenheit, wie es bei Kampfspuren üblich ist. Das führte die Forscher zu der Diagnose Trichomonose. Sie sehen ihre These durch heutige Vögel bestätigt, welche als lebende Nachkommen der Dinosaurier gelten und den Einzellern ebenfalls erliegen können.

Raubvögel infizieren sich durch ihre Beute mit den Geißeltierchen. Hühner, Tauben und andere Vögel können dabei als Überträger fungieren, ohne selbst Symptome zu zeigen. Ähnliches vermuten die Wissenschaftler im Falle von Sue. Der Tyrannosaurus könnte sich über seine Beute oder verseuchtes Wasser angesteckt haben und anschließend den Parasiten über Fütterung an seine Brut oder via Speichelaustausch bei Schnauzenkontakten an Artgenossen weitergegeben haben, schreiben die Wissenschaftler.

Sogar Kannibalismus komme als Übertragungsweg in Frage. Weiter vermuten die Forscher, dass Tyrannosaurus-Arten den Parasiten als erste zum Opfer fielen, und diese von dort aus auf andere Arten übergesprungen sind.

Quelle: DDP/jre

 
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