Düsseldorf (RPO). Bilder sagen mehr als tausend Worte. Englische Forscher machen sich dieses Motto zu Nutze: Anstatt mit nackten Statistiken und Zahlenkolonnen auf globale Missstände hinzuweisen, entwerfen die Wissenschaftler neuartige Weltkarten. Das Ergebnis: ein neuer und oft erschreckender Blick auf unseren Planeten. Interessant gerade im Hinblick auf die Proteste gegen den G-20-Gipfel in London.
Danny Dorling, Geograf von der Universität Sheffield (England), ist Begründer des Projekts "Worldmapper". Mit seinem Team erstellte er bereits hunderte Weltkarten, die soziale, wirtschaftliche und medizinische Entwicklungen und Ungleichheiten ins rechte Licht rücken.
Die Karten bilden zum Beispiel die weltweite Kindersterblichkeit ab. Sie zeichnen nach, in welchen Teilen der Erde Menschen auch im 21. Jahrhundert an Pest oder Malaria sterben. Auch wirtschaftliche Zusammenhänge werden ins Bild gesetzt. In welchen Teilen der Welt wird zum Beispiel Spielzeug produziert? Und wo spielen dann wirklich Kinder mit den Produkten?
Das Prinzip: Erdteile, die von einer Entwicklung, Krankheit oder Krise stärker betroffen sind, wachsen auf den Landkarten. Regionen, die kaum oder gar nicht betroffen sind, schrumpfen. Dabei folgen die Forscher mathematischen Formeln, die speziell für diese Art der Landkarte entwickelt wurden.
Herausgekommen sind Weltkarten, an die sich der Betrachter erst gewöhnen muss. Verzerrt, fast unwirklich wirken die Ergebnisse.
Die Stärke der Karten: Sie machen die täglichen Skandale, die globale Ungerechtigkeit und das Elend von Milliarden Menschen verständlicher und anschaulicher als Statistiken oder Sonntagsreden. Bilder sagen eben mehr als tausend Worte.
Ausgewählte Landkarten mit kurzen Erklärungen finden Sie in unserer Fotostrecke.
Weitere Fotos zu diesem Thema