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Professor hatte den richtigen Riecher: Europas erste Pelycosaurus-Knochen gefunden

zuletzt aktualisiert: 06.08.2003 - 13:47

Freiberg (rpo). Da hatte der Prof. Jörg Schneider, Paläontologe der TU Bergakademie Freiberg doch den richtigen Riecher: Er ist der erste, der im großen Naturschutzgebiet Lodève bei Montpellier in Südfrankreich einen fossilen Knochen gefunden hat, obwohl die feuerroten Sedimente des Terrains seit 20 Jahren für ihre Saurierspuren bekannt sind.

Doch Schneider hatte Glück: Er entdeckte erstmals in Europa riesige Knochen des Pelycosauriers. Der drei Meter lange Pflanzenfresser war bisher nur aus Nordamerika bekannt und gilt als größter Saurier des Perm vor 290 bis 285 Millionen Jahren.

Schneider hatte einer Ahnung folgend an einem Bachufer zunächst zwei fast 60 Zentimeter lange Rippen gefunden. Sein erster Gedanke: "Das macht etwa 2,60 Meter Bauchumfang!" Kurz darauf entdeckte Teammitarbeiter Frank Körner weitere Rippen, Wirbel und gewaltige Oberschenkelknochen.

Der Fund macht nun Schluss mit Spekulationen, welche Saurier eigentlich vor knapp 300 Millionen Jahren durch das Gebiet des heutigen Südfrankreich stapften. Denn die bis zu 30 Zentimeter breiten versteinerten Fußabdrücke ließen sich nicht eindeutig zuordnen. Bisher wurde angenommen, es handelte sich um kalbgroße Reptilien mit hauerartigen Zähnen, so genannte Hundezahnsaurier.



Doch nachdem die Knochen im thüringischen Museum Schleusingen zusammengefügt worden waren, war für den Museumsdirektor und Paläontologen Ralf Werneburg klar: Die Knochen stammen von einem Pelycosaurier. "Damals gab es neben fast durchweg räuberischen relativ kleinen Sauriern auch erste Pflanzenfresser und säugetierähnliche Reptilien", sagt der Experte.

Die Grabungen der Freiberger Forscher in dem französischen "Saurierparadies" sind Bestandteil eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam mit den Universitäten Dijon und Montpellier zur Untersuchung des Klimas in der Erdgeschichte. "Vor 320 bis 240 Millionen Jahren, als alle heutigen Kontinente zusammen noch einen einzigen Superkontinent bildeten, erfolgte ein rascher Klimawechsel: von der permokarbonen Eiszeit zum mesozoischen Treibhausklima", sagt Schneider.

Wissenschaftler aus USA und Kanada äußerten sich fasziniert über die Entdeckung, dass der riesige Pelycosaurier jetzt auch für Europa nachgewiesen ist. Im kommenden Jahr will Schneider mit Kollegen der Universitäten Dijon und Montpellier nun eine große Ausgrabungsaktion im Lodève-Gebiet starten - auf der Suche nach weiteren Sauriern.



 
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