London (RPO). Ein urzeitlicher Panzerfisch von der Größe eines Kleinbusses hatte einen Biss, der selbst den gefürchteten Weißen Hai harmlos aussehen lässt. Darüber berichten amerikanische Forscher. Demnach wurde der Koloss bis zu elf Meter groß und wog bis zu vier Tonnen.
Wie US-Forscher in der Fachzeitschrift "Biology Letters" der britischen Royal Society berichten, schnappten die mächtigen Ober- und Unterkiefer des Meeres-Riesen Dunkleosteus terreli nicht nur rasend schnell zu, sondern auch mit schier unglaublicher Wucht. Beutietiere saugten sie demnach innerhalb einer funfzigstel Sekunde förmlich ein. Zudem zermalmten die mit rasiermessenscharfen Schneidezähnen ausgestatteten Räuber Beute mit einem Druck von mindestens 5300 Newton an den hinteren Zähnen - doppelt soviel wie beim Weißen Hai.
Der vor 415 bis 360 Millionen Jahren lebende Panzerfisch wurde vermutlich an die elf Meter groß und war mit bis zu vier Tonnen ein Furcht erregender Koloss. Seine Bisskraft sei "die größte aller lebenden oder fossilen Fische", betonen Philip Anderson von der Universität Chicago (US-Bundesstaat Illinois) und Mark Westneat vom Field Museum für Naturgeschichte ebenfalls in Chicago. Auch außerhalb der Fischwelt hat Dunkleosteus terreli demnach kaum Seinesgleichen: Noch kräftigere Gebisse fänden sich nur unter extrem großen Alligatoren oder bei Dinosauriern. Die Bisskraft des berüchtigten Tyrannosaurus rex wird auf bis zu 13.400 Newton geschätzt; diese Zahl ist allerdings umstritten.
Für ihre Studie rekonstruierten die Forscher die Kiefer-Muskulatur des Fisches. Normalerweise könnten Fische entweder schnell zubeißen oder aber stark, betonen sie; beide Eigenschaften gleichzeitig sind demnach äußerst selten.
Quelle: afp