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Bakterium und schlechte Ernährung: US-Forscher: Napoleon starb an Magenkrebs

zuletzt aktualisiert: 17.01.2007 - 21:51

Paris (RPO). US-Wissenschaftler haben die These erhärtet, nach der Napoleon Bonaparte an Magenkrebs gestorben ist. Der Feldherr ist vermutlich erkrankt, weil er ein bestimmtes Bakterium in sich trug und sich auf seinen Feldzügen schlecht ernährte. Bei der Flucht nach St. Helena sei der Krebs schon weit fortgeschritten gewesen.

Offenbar scheiterte Napoleons Armee in Russland an Parasiten.  Foto: CTK, AP
Offenbar scheiterte Napoleons Armee in Russland an Parasiten. Foto: CTK, AP

Die Auswertung des Autopsieberichts von Napoleons Leibarzt Francesco Antommarchi und englischer Mediziner habe ergeben, dass der Verstorbene ein mehr als zehn Zentimeter langes Geschwür "mit unregelmäßigen Ausbuchtungen" an der Mageninnenwand gehabt habe, hieß es in der Studie der Forschungsgruppe des US-Wissenschaftlers Robert Genta aus Texas, die am Mittwoch im Fachmagazin "Nature Clinical Practice" veröffentlicht wurde. Dieses Ergebnis sei mit den Daten von 135 Magenkrebs-Patienten verglichen worden.

Die historischen Dokumente zeigten, dass Napoleon vermutlich eher durch das Bakterium Helicobacter pylori eine Neigung zu Magenkrebs hatte als durch seine genetische Veranlagung, heißt es in der Studie. Dieses Risiko habe sich möglicherweise durch die damals auf Feldzügen übliche Ernährungsweise noch verschärft. Wahrscheinlich habe Napoleon häufig in Salz eingelegte Lebensmittel und Pökelfleisch, aber nur wenig Obst und Gemüse zu sich genommen. Dem Autopsiebericht zufolge habe der Korse unter Magenkrebs in so fortgeschrittenen Stadium gelitten, dass er auch bei einer Flucht von der Insel nie wieder eine große Rolle in der europäischen Politik hätte spielen können. Der einstige Kaiser sei vermutlich an einer "massiven Magenblutung" gestorben, erklärten die US-Wissenschaftler.

Napoleon Bonaparte war am 5. Mai 1821 auf der Insel St. Helena im Exil gestorben. Über die Todesursache streiten Historiker und Fans des Empereurs seit Jahrzehnten. In den Haaren des Toten hatten Wissenschaftler im Jahr 2001 eine anormal hohe Konzentration von Arsen nachgewiesen. Dies hatte Verschwörungstheorien Vorschub geleistet, denen zufolge der gestürzte Kaiser ermordet worden sei. Gentas Forschungsgruppe wies dies jedoch zurück. Stattdessen schloss sie sich Schweizer Wissenschaftlern an, die im Jahr 2005 ebenfalls die Magenkrebs-Theorie verfochten hatten. Den Giftfund führten sie auf die Praxis der damaligen Winzer zurück, ihre Weinfässer mit Arsen zu reinigen.

Quelle: afp

 
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