Studie zur Bildunsgerechtigkeit: Vornamen entscheiden über Schulnoten
zuletzt aktualisiert: 17.09.2009 - 09:24Oldenburg (RPO). Wie eine Studie der Uni Oldenburg zeigt sind auch unter Pädagogen Vorurteile über Namen weit verbreitet. Demnach werden Schüler mit bestimmten Namen von Lehrern eher negativ oder positiv bewertet: Chantal oder Kevin haben es deutlich schwerer als Alexander oder Hannah.
Der Vorname also als vorentscheidender Faktor für Bildungschancen. Als eher freundlich, leistungsstärker und verhaltensunauffällig stellen sich laut der Studie Kinder mit Vornamen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob im Bewusstsein von Lehrern dar.
Dagegen werden Namen wie Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice eher mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit assoziiert. Besonders Kevin hat sich den Angaben zufolge als stereotyper Vorname für einen "verhaltensauffälligen" Schüler herausgestellt.
Solche einseitigen Erwartungshaltungen könnten dazu führen, dass Schüler "in Schubladen gesteckt" werden, aus denen sie nur schlecht wieder herauskämen, sagt die federführend an der Studie beteiligte Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser.
Der überwiegende Teil der Grundschullehrer assoziiere Persönlichkeitsmerkmale zu Vornamen, ohne darüber zu reflektieren oder davon Abstand zu halten. Nur ein sehr geringer Anteil halte eine kritische Distanz zu Vorannahmen in Verbindung mit Vornamen.
Die Wissenschaftler hatten per Online-Fragebogen knapp 2000 Grundschullehrer anonymisiert befragt. Grundlage für die jetzt vorgestellten Ergebnisse ist die Auswertung von 500 Fragebögen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
