Tipps: Was hilft gegen Lärm von der Straße?
VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 14.06.2010 - 21:07Düsseldorf (RP). Der Kampf um Flüsterasphalt, überwachte Tempolimits oder Schallschutzwände dauert Jahre. Aber auch in der Wohnung gibt es Lösungen gegen Straßenlärm. „Am einfachsten ist die Schalloptimierung in der Bauphase“, sagt der Düsseldorfer Innenarchitekt Georg Müller, der sich zusammen mit dem Schallschutz-Sachverständigen Andreas Schön auf das Problem spezialisiert hat.
Während bei Neubauten inzwischen durchweg großer Wert auf Wärmedämmung gelegt wird, denken nur wenige Bauherren auch über Schallschutz nach. „Materialien, die beides können, sind nicht unbedingt teurer“, sagt Müller. Errät Bauherren, über die IHK, die Architekten- oder Ingenieurskammern gezielt den Rat von Schall-Experten einzuholen. In fertigen Wohnräumen ist die Schwachstelle in aller Regel das Fenster. „Ein Austausch lohnt sich fast immer“, so Schön, „der Fensterbau hat gerade beim Schallschutz in jüngster Zeit enorme Fortschritte gemacht.“
Kostenpunkt: 150 bis 500 Euro pro Fenster-Quadratmeter. Genauer kann der Preis nicht eingegrenzt werden, weil in Abhängigkeit von Schall-Richtung (seitlich? frontal?) und Schall-Qualität (Lastwagen? Schiene?) völlig unterschiedliche Fenster zum Einsatz kommen. Wichtig: Rolladenkästen nicht vergessen. Für sie gibt es schalldämmende Einlagen aus Blei.
Ihre Erfahrungen mit Straßenlärm
Einer alarmierenden Studie zufolge leidet jeder zweite Deutsche in seiner Wohnung unter einer gesundheitsgefährdenden Krach-Kulisse. Unsere Redaktion interessiert sich für Ihre persönlichen Erfahrungen. Leiden auch Sie unter Krach und Lärm von der Straße? In welchen Städten, an welchen Straßen ist das Problem besonders groß? Wie gehen Sie mit dem Problem um? Haben Sie Tipps für andere Leser gegen Krach und Lärm? Schreiben Sie hier.
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Der Fachhandel bietet auch diverse Materialien an, die wie Bilder an die Wände gehängt werden. Drei oder vier Platten pro Raum an der richtigen Stelle bewirken schon viel. Das Angebot reicht vom Spezialschaufstoff für 80 Euro je Quadratmeter bis zu edlen Hölzern für mehr als das Doppelte.
Solche Platten „geben dem Klangbild eine angenehmere Farbe, machen ihn leiser und entspannter“, so Müller. Hochfloorige Teppiche schlucken zusätzlich Schall.
Reicht das alles nicht, muss die Extremlösung her: Eine zweite Wand, die hinter oder vor die ursprüngliche gesetzt wird. Kostet etwa 110 Euro pro Quadratmeter ohne Tapete oder Putz und kann vom Schreiner gefertigt werden. Da jede Lösung maßgefertigt ist, rät Müller, sich eine Fachberatung in der eigenen Wohnung zu leisten. „Ohne präzise Messungen gibt es keine seriösen Vorschläge“, so Müller. Kostet allerdings schnell mehrere Hundert Euro.
„Das ist viel“, gibt er zu, „aber warum viel Geld für eine gute Stereoanlage ausgeben, und dann an der Raumakustik sparen.“
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