Ob ein Film gruselig ist, kann rechnerisch ermittelt werden: Was Mathematik mit Horrorfilmen zu tun hat
zuletzt aktualisiert: 16.08.2004 - 14:31London (rpo). Britische Mathematiker haben eine spezielle Formel entwickelt, um den Gruselfaktor von Horrorfilmen zu berechnen. Verschiedene Kriterien wie Spannungsaufbau oder das während der Handlung fließende Blut werden dabei erfasst. Am Besten schnitt bei dieser Berechnung der Spielfilm "The Shining" nach dem Roman von Stephen King ab.
Die von Anna Sigler vom Kings College und ihren Kollegen entwickelte Formel basiert auf verschiedenen klassischen Horror- und Gruselfilmen. Besonderes Gewicht legten die Forscher dabei auf Faktoren, die Spannung erzeugen: etwa die Musikauswahl, Schockeffekte, Unbekanntes und Szenen, in denen die Akteure gefangen oder gejagt werden. Ebenfalls wichtig für echte Gruselstimmung ist nach Ansicht der Mathematiker eine realistische Darstellung, möglichst noch mit den Hinweis, die Handlung basiere auf einer wahren Begebenheit. Stereotype Charaktere oder Handlungsstränge vermindern dagegen eher die Spannung, denn durch solche Faktoren kann der Zuschauer zu leicht den weiteren Verlauf des Films vorhersagen.
Auch die richtige Umgebung fließt in die Formel mit ein: Je isolierter die Darsteller sind und je dunkler das Set erscheint, desto höher wird der Gruselfaktor. Als Paradebeispiel für eine gelungene Umgebung führen die Wissenschaftler dabei die berühmte Duschszene in Hitchcocks "Psycho" an. Genau abgewogen sein sollte auch der Einsatz blutiger Szenen. Während etwas Blut zur richtigen Zeit Spannung und Nervenkitzel erhöht, verdirbt zuviel davon die Atmosphäre und macht aus dem besten Film einen platten Schocker.
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