Astronomen belegen: Zehnter Planet ist größer als Pluto

zuletzt aktualisiert: 01.02.2006 - 21:20

London (rpo). Der im Jahr 2005 im Sonnensystem entdeckte, als zehnter Planet bezeichnete Himmelskörper namens 2003UB313 ist wie vermutet größer als der Pluto. Das konnten Wissenschaftler um Frank Bertoldi vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn bestätigen, als sie die thermische Strahlung des Objekts maßen. Damit bestimmten sie seinen Durchmesser mit etwa 3.000 Kilometern. Pluto hingegen hat lediglich einen Durchmesser von 2.302 Kilometern.

Der zehnte Planet ist noch größer als Pluto. Foto: AP
Der zehnte Planet ist noch größer als Pluto. Foto: AP

Diese Zahlen liefern denjenigen Astronomen neue Argumente, die den Himmelskörper tatsächlich als Planeten einstufen möchten - eine Definitionsfrage, die noch immer sehr umstritten ist. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature" (Bd. 439, S. 563).

Am 29. Juli 2005 hatten Astronomen um Mike Brown vom California Institute of Technology die Entdeckung von 2003UB313, der inoffiziell auch Xena genannt wird, bekannt gegeben. Er ist das am weitesten entfernte bekannte Objekt im Sonnensystem - sein Abstand zur Sonne ist dreimal größer als der des äußeren Planeten Pluto.

Aufgrund dieser großen Distanz konnten Brown und sein Team die Größe ihres Fundes zunächst nicht genau bestimmen. Sie schätzten aus seiner Helligkeit jedoch ab, dass Xena mindestens so groß sein müsste wie Pluto.

Diese Vermutung konnten Bertoldi und sein Team jetzt bestätigen. Dazu griffen sie auf eine indirekte Messmethode zurück, die auf folgendem Prinzip beruht: Je größer die Oberfläche eines Planeten ist, desto mehr Sonnenlicht kann er reflektieren, so dass er damit heller erscheint.

Allerdings können nicht alle Planeten das Sonnenlicht gleich gut zurückstrahlen, da ihre Oberflächen unterschiedlich beschaffen sind. Für eine genaue Größenbestimmung ist es also nötig, das Reflektionsvermögen der Oberfläche zu kennen, das auch als Albedo bezeichnet wird. Die Albedo fehlte den Astronomen um Brown, weshalb sie Xenas Durchmesser nur grob schätzen konnten.

Mit einer wärmeempfindlichen Kamera am IRAM-Radioteleskop in Spanien maßen die Max-Planck-Forscher nun die von 2003UB313 kommende thermische Strahlung bei einer Wellenlänge von 1,2 Millimetern. Diese Strahlung entsteht, weil das Sonnenlicht den Himmelskörper erwärmt, und er daraufhin Wärme abstrahlt. Aus der thermischen Strahlung und der schon von Brown gemessenen Helligkeit konnten die Astronomen die Albedo bestimmen und auch den Durchmesser von Xena mit etwa 3000 Kilometern berechnen.

Damit ist Xena der größte Himmelskörper, der seit der Entdeckung des Planeten Neptun im Jahr 1846 im Sonnensystem gefunden wurde. Schon kurz nach seiner Entdeckung diskutierten Astronomen, ob er als zehnter Planet des Sonnensystems gelten sollte. "Da UB313 deutlich größer ist als Pluto, wird es zunehmend schwieriger, Pluto einen Planeten zu nennen, aber UB313 diesen Status zu verwehren", kommentiert Bertoldi.

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Quelle: afp

 
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