kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Botschaft seit 30 Jahren unterwegs: Arecibo: Warten auf den Rückruf aus dem All

VON CHRISTOPH SCHROETER - zuletzt aktualisiert: 16.11.2004 - 08:05

Düsseldorf (rpo). Die Erde ist nicht mehr als ein winziger Staubkorn in

den Weiten des Alls. Allein unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, enthält rund 100 Milliarden Sonnen. Das gesamte Universum wiederum besteht aus Milliarden von Galaxien, von denen die unsrige nicht einmal eine besonders große ist. Diese Überlegung hat zur Folge, dass man von mehreren Billionen Planeten ausgehen kann. Da sollte es doch irgendwo noch Leben geben. Aus diesem Grund wurde vor 30 Jahren die so genannte Arecibo-Botschaft ins All gesandt. Seitdem ist Warten angesagt.

Wenn die Außerirdischen es richtig anstellen, dann ergibt die Botschaft das obenstehende Bild - natürlich nicht in Farbe.  Foto: RPO
Wenn die Außerirdischen es richtig anstellen, dann ergibt die Botschaft das obenstehende Bild - natürlich nicht in Farbe. Foto: RPO

Die Arecibo-Botschaft - von den Amerikanern Frank Drake und Carl Sagan zusammengestellt - ist eine Nachricht an mögliche Außerirdische, die in Form von Radiowelle-Signalen verschickt wurde. Sie wurde exakt am 16. November 1974 um 1.00 Uhr nachts Ortszeit vom Arecibo-Observatorium aus – dem weltgrößten Radioteleskop in der gleichnamigen Stadt auf Puerto Rico - ins All gesendet. Und seitdem wartet die Menschheit auf Antwort. Doch die kann noch ein wenig auf sich warten lassen.

Die Botschaft selbst besteht aus einem Binär-Code. Dieser enthält Informationen über die Menschheit, den Aufbau und die Vielfalt unserer DNA, über Bevölkerungszahl der Erde, unsere durchschnittliche Körpergröße sowie unsere Herkunft und das Arecibo-Teleskop - und sie hat inzwischen die Entfernung von über 290 Billionen Kilometer zurückgelegt. Binäre Botschaft bedeutet, die ganzen gesendeten Informationen bestehen nur aus einer Kette von Nullen und Einsen, insgesamt sind es 1.679.

Jetzt wird von den empfangenden Außerirdischen ein wenig Rechenarbeit erfordert. Versucht man die 1.679 zu dividieren, stellt man fest, dass dies nur mit den Primzahlen 23 und 73 möglich ist - zumindest wenn man eine ganze Zahl als Ergebnis erhalten möchte. Nun kann man die empfangene Zeichenkette also in einem Rechteck mit 23 Zeichen pro Zeile und 73 Zeilen darstellen. Die ersten zehn Zeilen würden demnach wie folgt aussehen:

00000010101010000000000
00101000001010000000100
10001000100010010110010
10101010101010100100100
00000000000000000000000
00000000000011000000000
00000000001101000000000
00000000001101000000000
00000000010101000000000
00000000011111000000000

Kommen die möglichen Empfänger jetzt auf die Idee, die Nullen wegzulassen, dann ergeben sich Bilder, wie zum Beispiel ein Mensch oder das Abbild des Arecibo-Teleskops. Für die genaue Entschlüsselung des Signals sei die Site signale.de empfohlen, da dies den Rahmen hier deutlich sprengen würde.

Für das Signal selbst wurde eine Grundfrequenz von 2.388 Megahertz verwendet, das entspricht einer Wellenlänge von 12,6 Zentimetern. Die Daten der Botschaft wurden übertragen, indem eine zweite Frequenz mit einem Abstand von 75 Hertz von der Grundfrequenz gesendet wurde.

Gewählt wurde eine Frequenz zwischen 1.000 und 10.000 Megahertz, um eine möglichst störungsfreie Übertragung zu gewährleisten. Höhere Frequenzen würden vom Wasserdampf in der Atmosphäre eines Planeten absorbiert, niedrigere würden vom Hintergrundrauschen unserer Galaxie überlagert.

Doch wie schon erwähnt, wird eine mögliche Antwort - so sie denn jemals kommt – auf sich warten lassen. Ziel der Übertragung ist der Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild des Herkules. Die Galaxie wurde ausgewählt, weil hier sehr viele Sterne auf einem relativ engen Raum versammelt sind. Somit sollte die Wahrscheinlichkeit, eine bewohnte Welt zu treffen, erhöht werden.

Beim Eintreffen der nur dreiminütigen Botschaft müsste ein dortiger Wissenschaftler sein Teleskop zufälligerweise gerade dann auf die Erde gerichtet haben. Und weil Messier 13 schlappe 22.800 Lichtjahre von uns entfernt ist, kann eine Antwort frühestens in 45.600 Jahren auf der Erde eintreffen.

Quelle: rpo

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Studenten sind mit Studium zufrieden

Online-Befragung

Studenten sind mit Studium zufrieden

Bei Studenten in Deutschland wächst die Zufriedenheit mit dem Studium. 57 Prozent aller Befragten gaben im Sommersemester 2010 an, mit ihr ... mehr 

Dieser Frosch färbt ab

Neue Amphibienart entdeckt

Dieser Frosch färbt ab

Eine neue Froschart gibt den Forschern Rätsel auf: Die Winzlinge sondern gelbe Farbe ab, wenn man sie berührt. mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Abschreckende Wirkung

Mit Pollern gegen Falschabbieger

Überfall am Stoffelner Friedhof

"Wie ein Überfall in der Kirche"

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Mehr Nachrichten Wissen Weltraum
eso1221a.jpg

Neues aus dem Weltraum

Eine seltsame Galaxie

Ein neues Bild der Europäischen Südsternwarte zeigt die seltsame Galaxie Centaurus A. Mit einer Gesamtbelichtungszeit von mehr als 50 Stunden dürfte dies die am tiefsten gehende Ansicht des ebenso ungewöhnlichen wie atemberaubenden Himmelsobjekts ... mehr

 

Privattransporter erreicht Raumstation ISS

Der "Drache" ist gefangen

 

"Dragon" erfolgreich gestartet

Erste private Raumkapsel zur ISS unterwegs

 

Millionen beobachten spektakuläre Sonnenfinsternis

"Feuerring" von China bis USA zu sehen

 
 

Privater Raumtransporter

Start der "Dragon"-Kapsel abgebrochen

Top-Services
 
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat ..
mehr 
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
mehr 
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Millionen Menschen auf beiden Seiten des ..
mehr 
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
mehr 
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
mehr 
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
mehr 
Diese Bücher las Adolf Hitler
Diese Bücher las Adolf Hitler
Adolf Hitler war ein begeisterter Leser und ..
mehr 
Sehenswerte Bildbände
Kate und Pippa - 2D-Cover - Lowres.jpg

Kate und Pippa

So wurden sie zu Stilikonen

Kate und Pippa sind die glamourösesten Schwestern Englands, vielleicht sogar der ganzen Welt. Ein neuer Bildband dokumentiert die Verwandlung der beiden Schwestern von Studentinnen zu Stilikonen. Er zeigt prächtige Aufnahmen der beiden Glamour-Ladys, ... mehr

 
Cover Michael Thompson Portraits (highres).jpg

US-Fotograf Michael Thompson

Aufregend, exzentrisch, faszinierend

Der weltweit gefeierte amerikanische Fotograf Michael Thompson gewährt dem Betrachter in seinem Bildband "Portraits" enthüllende Einblicke in das Leben von Berühmtheiten wie Julia Roberts, Cate Blanchett, Natalie Portman, Sting, Sean Combs, Rihanna ... mehr

 
lovigin 1.jpg

Die Welt des Fotografen Petr Lovigin

Gummitiere und melancholische Schweine

Wo Badenixen fortgeschrittenen Alters sich eine verbissene Schlacht mit aufblasbaren Gummitieren liefern, wo ein Metzger und sein frisch geschlachtetes Schwein sich einträchtig der Melancholie hingeben, hier ist man angekommen in der magischen Welt ... mehr