Brocken so groß wie ein Reisebus: Asteroid rast knapp an der Erde vorbei
zuletzt aktualisiert: 28.06.2011 - 07:47Köln (RPO). Ein neu entdeckter Asteroid ist am Montag denkbar knapp an der Erde vorbeigeschrammt. Der Gesteinsbrocken mit der Bezeichnung 2011 MD passierte die Erde in nur 12.000 Kilometern Entfernung, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte. Er hatte das Ausmaß eines Reisebusses.
Damit raste der Asteroid, dessen Durchmesser auf höchstens 20 Meter geschätzt wird, im Abstand von nicht einmal einem Erddurchmesser an unserem Planeten vorbei.
Trotz dieser ungewöhnlich geringen Entfernung - der Mond beispielsweise ist durchschnittlich immerhin 384.000 Kilometer von der Erde entfernt - bestand für Erdbewohner aber keine Gefahr: Hätte der kleine Asteroid die Erde getroffen, wäre er den Forschern zufolge in der Erdatmosphäre verglüht.
Der zur Klasse der sogenannten Apollo-Asteroiden gehörende 2011 MD war nach Angaben der US-Forscher erst am Mittwoch vergangener Woche entdeckt worden. Zum Zeitpunkt seiner größten Annäherung an die Erde befand er sich über dem Südatlantik. NASA-Schätzungen zufolge kommt ein kosmisches Objekt dieser geringen Größe durchschnittlich alle sechs Jahre der Erde so nahe.
Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Kosmische Geschosse mit einem Durchmesser bis zu 50 Metern verglühen je nach ihrer Zusammensetzung in der Regel in der Erdatmosphäre. Die vergleichsweise seltenen großen Asteroiden mit Durchmessern von einem Kilometer oder mehr können dagegen unserem Heimatplaneten sehr gefährlich werden. Solche Einschläge sind zwar ausgesprochen selten, in der langen Geschichte des Sonnensystems aber dennoch nichts Ungewöhnliches. Dies beweist ein Blick auf die kraterzerfurchten Oberflächen von Mond, Merkur und Mars.
Auch auf der Erde gab es schwere Einschläge: So donnerte vor 15 Millionen Jahren ein kilometergroßer Brocken auf die Schwäbische Alb herab und hinterließ einen Krater, der heute als Nördlinger Ries bekannt ist. Vor 65 Millionen Jahren schlug ein etwa zehnmal so großer Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan ein. Der Einschlag löste einen abrupten Klimawandel aus und führte höchstwahrscheinlich zum Aussterben der Dinosaurier.
Seit Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asteroiden im Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken. Erwartungsgemäß haben sie dabei eine Fülle erdnaher Objekte gefunden, so genannte NEOs. Mit Stand vom vergangenen Samstag verzeichnete die NASA 1237 Brocken, die als "potenziell gefährlich" eingestuft werden, davon 150 mit mindestens einem Kilometer Durchmesser.
Zu den Gesteinsbrocken, die die Erdbahn kreuzen und eines Tages auf unserem Planeten einschlagen könnten, zählt der 2004 entdeckte Asteroid 99942 Apophis. Zeitweise befürchteten die Wissenschaftler, der 300-Meter-Asteroid könnte bereits im Jahr 2029 mit der Erde zusammenstoßen. Weitergehende Untersuchungen schlossen eine Kollision zu diesem Zeitpunkt aber aus. Allerdings wird der Himmelskörper am Freitag, dem 13. April 2029, voraussichtlich in nur gut 22.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeisausen.
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