US-Shuttle Atlantis: Astronauten montierten neue Kamera an "Hubble"
zuletzt aktualisiert: 14.05.2009 - 06:34Cape Canaveral (RPO). Das Weltraumteleskop "Hubble" hat am Donnerstag eine neue Kamera bekommen. Einfach war das für die Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel aber nicht. Bei ihrem ersten Reparatureinsatz im All sorgte zunächst ein verklemmter Bolzen, mit dem die alte Kamera festgemacht war, für Verdruss. Als sich der Bolzen mit allen zur Verfügung stehenden Werkzeugen nicht vorsichtig lösen ließ, forderte die Bodenkontrolle die Astronauten schließlich auf, soviel Gewalt wie nötig einzusetzen.
Die Shuttle-Besatzung hatte am Mittwoch das Weltraumteleskop Hubble eingefangen und auf die Arbeitsplattform der "Atlantis" gehievt. Dort soll das bereits 19 Jahre alte Teleskop in den kommenden Tagen repariert und aufgerüstet werden. Neben der Kamera-Einheit soll eine Datenerfassungseinheit ersetzt werden, die seit September vergangenen Jahres defekt ist. Das hatte den Wartungsflug der "Atlantis" um sieben Monate verzögert.
Am Donnerstag dann die Erleichterung nach dem ersten Reparatur-Einsatz: "Ich denke, wir haben es", rief Feustel. "Er dreht sich. Er dreht sich tatsächlich. Wow, er kommt raus!" Grunsfeld und Feustel tauschten die 15 Jahre alte Kamera dann aus und bauten ein neues, 132 Millionen Dollar (97 Millionen Euro) teures Gerät ein, das noch tiefere Blicke in den Kosmos erlauben soll. Es sind insgesamt fünf Außeneinsätze geplant, bei denen in einer Höhe von 560 Kilometer über der Erde alte Geräte ausgetauscht und neue eingebaut werden, um "Hubble" für bis zu zehn weitere Jahre fitzumachen.
Sorgen bereiteten der NASA die Trümmer eines chinesischen Satelliten, der 2007 bei einem Raketentest zerstört wurde. Ein zehn Zentimeter großes Teil Weltraumschrott flog am Mittwoch nur wenige Kilometer von der Raumfähre "Atlantis" entfernt vorbei. Selbst ein kleinerer Gegenstand könnte bei einem Zusammenstoß großen Schaden anrichten.
Das Pentagon hatte die Flugbahn des rund zehn Zentimeter langen Trümmerteilchens verfolgt, das von einen chinesischen Satelliten-Abschusstest aus dem Jahr 2007 stammt. "Atlantis"-Kommandeur Scott Altman und seine Besatzung waren vorsichtshalber aufgefordert, sich auf ein mögliches Ausweichmanöver vorzubereiten. Dieses erwies sich schließlich als nicht notwendig.
Geplant sind insgesamt fünf bis zu siebenstündige Außeneinsätze der Astronauten. Mit den Arbeiten soll Hubbles Lebensdauer um mehrere Jahre verlängert werden, bevor es im Jahr 2014 durch das leistungsfähigere Nachfolgemodell James Webb ersetzt wird.
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