US-Raumfähre gestartet: "Atlantis" auf dem Weg zu "Hubble"
zuletzt aktualisiert: 11.05.2009 - 20:10Berlin/Cape Canaveral (RPO). Mit mehrmonatiger Verspätung ist die US-Raumfähre "Atlantis" am Montag zur fünften und letzten Service-Mission zum Weltraumteleskop "Hubble" gestartet. Der Shuttle hob um 20.02 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab, teilte die Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit. Die Rückkehr ist für den 22. Mai vorgesehen.
Während des elftägigen Fluges unterzieht die siebenköpfige Crew unter Kommandant Scott Altman das Teleskop, das am 24. April 1990 als Gemeinschaftsprojekt der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation ESA auf seine Umlaufbahn in etwa 550 Kilometern Höhe gebracht worden war, einer Verjüngungskur. Bei fünf Außenbordeinsätzen werden die Astronauten neue Instrumente installieren, andere reparieren sowie die Hardware zur Energieversorgung und Steuerung des Teleskops austauschen, um seine Nutzungszeit bis mindestens 2014 zu verlängern.
So erhält das 11,1 Tonnen schwere, 13,2 Meter lange und 4,2 Meter breite "Himmelsauge" einen neuen UV-Spektrographen (Cosmic Origins Spectrograph - COS) für die Suche nach Schwerkraftwellen und Dunkler Materie, eine neue Kamera (Wild Field Camera 3 - WFC3) für Aufnahmen vom nahen ultravioletten bis zum nahen Infrarotbereich, neue Stellkreisel (Gyroskope) für die Lageregelung, neue Batterien und neue Stahlpaneele zum Schutz der empfindlichsten Geräte vor Temperaturschwankungen.
Zudem wird ein Kopplungsmechanismus montiert. Er soll das Andocken einer Antriebseinheit ermöglichen, mit der "Hubble" dann nach Abschluss seiner überaus erfolgreichen Mission abgebremst und gezielt zum Absturz gebracht werden kann. Das urspüngliche Vorhaben, das rund sieben Milliarden Dollar teure Wunderwerk der Technik mit einem Shuttle zu musealen Zwecken auf die Erde zurückzuholen, musste aufgegeben werden, da die Raumfähren 2010 außer Dienst gestellt werden.
In den vergangenen 19 Jahren hat das nach dem amerikanischen Astronomen Edwin Hubble (1889-1953) benannte Teleskop die Erde über 100 000 Mal umrundet und dabei mit ungezählten spektakulären Aufnahmen viele Rätsel gelöst und das Bild der Menschheit vom Universum revolutioniert, dessen Alter jetzt ziemlich genau auf 13,7 Milliarden Jahre terminiert werden kann. "Hubble" musste aber auch bei den vier vorangegangen Service-Missionen immer wieder repariert und zu neuem Leben erweckt werden. So erhielt der 2,4 Meter große Spiegel wegen eine s Fabrikationsfehlers bereits 1993 eine Korrekturoptik (Corrective Optics Space Telescope Axial Replacement - COSTAR). Diese soll nun von der "Atlantis"-Crew wieder entfernt werden, weil alle neueren Instrumente über eigene Korrektursysteme verfügen.
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