Es wird lustig im Weltraum: Cirque-de-Soleil-Gründer Guy Laliberte will den Astronauten Spaß und Unterhaltung bringen, wenn er am Mittwoch vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS aufbricht.
"Ich bin kein Wissenschaftler, ich bin kein Arzt, ich bin kein Ingenieur", sagte der 50-jährige kanadische Weltraumtourist in Baikonur. "Ich bin Organisator, Show-Mann und Schöpfer - und ein Entertainer. Und das will ich da einbringen."
Nicht nur diese rote, nein auch eine zweite gelbe Nase nimmt er mit ins All. "Die gelbe werde ich tragen, wenn ich schlechte Laune habe", erklärte der Scherzkeks.
Schlechte Laune? Das dürfte fast ein Fremdwort für den designierten Weltraum-Clown sein.
Über das kleine Extragepäck in Form der zwei Nasen wird sich beim Check-In wohl niemand beklagen, schließlich hat der Milliardär 35 Millionen Dollar für das Ticket locker gemacht. Auch hier sieht man, alles wird teurer. Die ersten Weltraumtouristen wurden noch für schlappe 20 Millionen Dollar in die Umlaufbahn geschossen.
Aber wie das so ist bei guten Geschäftsleuten, die machen nichts umsonst. Und so ist der Ausflug ins All für Laliberte auch kein reines Vergnügen privater Natur. Nein, es soll eine astronomische Werbeaktion werden. Schließlich feiert sein Cirque de Soleil in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.
1984 gründete der 24-jährige Guy Laliberté, der bis dahin als Straßenkünstler durch Europa getrampt war, den Cirque du Soleil, zu dem bis heute mindestens sechs Shows (fünf in Las Vegas, eine in Orlando) und sechs Wanderzirkusse gehören, die durch die Welt touren.
Der gerade 50 Jahre alt gewordene Kanadier hat fünf Kinder von zwei Frauen und hatte schon einmal ein Date mit Supermodel Naomi Campbell.
Neben der Weltraumfliegerei und der Welt des Zirkus hat Laliberté noch ein weiteres Hobby: Er pokert gern. Bei der World Poker Tour Season Five im Bellagio-Hotel in Las Vegas gewann er fast 700.000 Dollar. Beim Online-Poker soll er angeblich Millionen verloren haben. Er wird es verkraften können.
Er ist Gründer der Stiftung "One Drop", die gegen die Wasserverschwendung in der Welt ankämpft.
Am 9. Oktober will er für seine Stiftung aus dem All ein Gedicht vortragen. Unterstützung bekommt er dabei unter anderem von Popstar Shakira und dem frühere US-Vizepräsidenten Al Gore. Sie gehören zu den prominenten Helfern, die aus 14 Städten der Welt der Vorstellung zugeschaltet werden. Man darf gespannt sein.
Mindestens so beeindruckend wie der Weltraumtourist Laliberte ist auch das Gefährt, mit dem er ins All gestartet ist: ein russische Sojus-Rakete. Sie wurde mit einer Dampflokomotive durch die kasachische Steppe zur Startrampe befördert.
Geradezu gigantisch sind die Triebwerke der Rakete.
Am Starplatz wird sie dann aufgerichtet.
Der Start erfolgte am Mittwoch um 9.14 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur. Der erste Weltraum-Clown ist also bereits unterwegs ins All.