Sonnenfinsternis über Asien und Europa: Der Mond verdeckt die Sonne
VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 01.08.2008Düsseldorf (RP). Es hängt vom Wetter ab, ob der Blick nach oben sich heute lohnt. Denn bei einigermaßen klarem Himmel kann man am späten Vormittag sehen, wie der Mond ein wenig an der Sonne knabbert. Zumindest scheint es so, als ob er ein Stück von ihr verschlucken würde – bei einer partiellen, also teilweisen Sonnenfinsternis.
Anders als bei „SoFi“ am 11. August 1999 wird die Sonnenscheibe in unseren Breiten dieses Mal nicht total verdeckt sein, wenn sich der Mond auf seiner Umlaufbahn zwischen sie und die Erde schiebt.
Eine völlige Verdunkelung erleben nur die Menschen entlang eines maximal 270 Kilometer breiten Streifens im Norden Kanadas, in Teilen Grönlands, im nördlichen Eismeer, in Teilen Russlands, Kasachstans, der Mongolei und Chinas. Dort wird für zwei bis zweieinhalb Minuten der Tag zur Nacht bei einer totalen Finsternis.
Und das funktioniert nur, weil Mond und Sonne nahezu gleich groß erscheinen – obwohl die Sonne etwa 400 mal größer ist. Dafür ist unser Zentralgestirn auch etwa 400 mal weiter entfernt.
In unseren Breiten dagegen sehen wir nur, wie die Sonnenscheibe am Himmel teilweise vom Mond verschluckt wird. Während beispielsweise in Stralsund noch 24 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt werden, sind es in Hamburg 20, in Berlin 19 und in Stuttgart sowie München nur acht Prozent.
In Düsseldorf wird der Mond maximal 12,7 Prozent der Sonne überlagern, wenn die Finsternis um 10.40 Uhr in der Landeshauptstadt beginnt, um 11.28 Uhr ihr Maximum erreicht und um 12.17 Uhr wieder endet.
Wer das Phänomen beobachten möchte, sollte aber niemals direkt in die Sonne schauen. Das kann zur Blindheit führen. Und davor kann auch keine Sonnenbrille schützen. Ebenso wenig wie mehrere, die übereinander aufgesetzt werden. Wie zur „SoFi“ 1999 gibt es bei Optikern günstige Schutzbrillen mit Spezialfiltern. Diese Brillen eignen sich aber nicht als Vorsatz für Feldstecher oder Teleskope.
Wer ganz sicher gehen möchte, schaut sich die Finsternis im Internet an: Die NASA übertragt das Ereignis live. Oder aber er wartet bis die nächste totale Finsternis über Deutschland zieht. Dafür muss man indes einiges an Geduld aufbringen. Der nächste Termin ist der 3. September 2081.
Info Im Internet unter der Adresse: sunearthday.gsfc.nasa.gov
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