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panorama orion-nebel Eso 2010-0210
  Foto: Eso

Spektakuläre Fotos geschossen: Der Orion-Nebel gibt seine Geheimnisse preis

zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 20:27

Düsseldorf (RPO). Der Orion-Nebel gibt in einer neuen Aufnahme der ESO seine Geheimnisse preis. Dank des großen Blickfelds des Vista-Teleskops wird dabei die ganze Pracht des spektakulären Nebels sichtbar. Die Bilder offenbaren Regionen im Inneren des Nebels, die normalen Teleskopen unzugänglich sind – und die aktiven, jungen Sterne, die sich darin verbergen.

Der Orion-Nebel ist eine gigantische Sternen-Kinderstube, rund 1350 Lichtjahre von der Erde entfernt. Obwohl der Nebel bereits durch ein herkömmliches Teleskop einen beeindruckenden Anblick bietet, ist im Bereich des sichtbaren Lichts nur vergleichsweise wenig von den Gasgebieten zu sehen, in denen sich die neuen Sterne bilden.

Dort, tief im Inneren von Staubwolken, spielt sich das eigentliche Geschehen ab – und es lässt sich nur mit Detektoren verfolgen, die Licht bei längeren Wellenlängen empfangen können, denn solches Licht ist in der Lage, Staub zu durchdringen. Vista hat den Orion-Nebel bei Wellenlängen aufgenommen, die rund zwei Mal so groß sind wie jene, die das menschliche Auge wahrnehmen kann.

Info
Der Orion-Nebel ist im Sternbild Orion ein Teil des Schwertes des berühmten Himmelsjägers. Er ist bereits mit dem bloßen Auge als schwacher Schimmer wahrnehmbar. Er wurde erstmals im frühen 17. Jahrhundert beschrieben, dürfte allerdings bereits vorher beobachtet worden sein.

Wohlbekannte Fledermausform

Wie die vielen mit sichtbarem Licht aufgenommenen Bilder zeigt auch das neue Vista-Bild die wohlbekannte Fledermausform des Nebels. Zusätzlich wird seine faszinierende Umgebung sichtbar gemacht.

Im Herzen dieser Region befinden sich die vier hellen Sterne, die das so genannte Trapez bilden: extrem heiße, junge Sterne, die ihre Umgebung mit Ultraviolettstrahlung überfluten, die darin enthaltene Materie auseinander treiben und das Gas zum Leuchten anregen. Vistas Infrarotbeobachtungen zeigen zusätzlich noch viele weitere junge Sterne in dieser Zentralregion, die sich mit sichtbarem Licht nicht nachweisen lassen.

Oberhalb der Bildmitte sind sonderbare rötlichen Strukturen zu sehen, die nur im Infrarotbereich nachweisbar sind. Die meisten davon gehen auf sehr junge Sterne zurück, die hier durch die Staubwolken hindurch zu sehen sind, aus denen sie sich gebildet haben.

700.000 Kilometer pro Stunde

Diese jungen Sterne stoßen Gasströme aus, die typischerweise Geschwindigkeiten bis zu 700.000 Kilometer pro Stunde erreichen. Viele der rötlichen Strukturen zeigen an, wo diese Gasströme auf das umliegende Gas treffen; dabei werden die Atome und Moleküle zum Leuchten angeregt. Auch im unteren Teil des Bildes finden sich lichtschwache rötliche Strukturen, die anzeigen, dass es sich auch hier um Sternentstehungsgebiete handelt, wenngleich um deutlich weniger aktive.

Das neue Bild demonstriert das Können des Vista-Teleskops, mit dem sich im nahen Infrarotbereich große Himmelsausschnitte schnell abbilden lassen, und dies unter Einschluss sehr lichtschwacher Objekte. Die Himmelsdurchmusterung mit Vista hat gerade erst begonnen, und die Astronomen versprechen sich von diesem einzigartigen Eso-Instrument viele interessante neue Ergebnisse.

Größtes Durchmusterungsteleskop der Welt

Vista – das "Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy", wörtlich das "Astronomische Durchmusterungsteleskop für sichtbares und Infrarotlicht" – ist das neueste Teleskop am Paranal-Observatorium der Eso. Vista ist das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, und führt eine Bestandsaufnahme des Himmels bei Infrarot-Wellenlängen durch.

Sein großer Spiegel (4,1 Meter Durchmesser), sein ausgedehntes Blickfeld und seine extrem empfindlichen Detektoren machen Vista zu einem einzigartigen astronomischen Werkzeug, und die neuen Bilder des Orion-Nebels zeigen deutlich, was mit Vista möglich ist. 

Quelle: csr/csi

 
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