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PC und Internet-Verbindung reichen aus: Einen neuen Planeten entdecken kann (fast) jeder

zuletzt aktualisiert: 09.02.2007 - 16:02

Los Angeles (RPO). Einen neuen Planeten im All zu entdecken - oder zumindest daran beteiligt zu sein - wäre eine feine Sache. Was früher Astronomen vorbehalten war, kann heute fast jeder. Ein PC und eine Internetverbindung reichen dafür aus.

Jetzt kann jeder mit PC und Internet helfen, neue Planeten zu finden.  Foto: NASA, AFP
Jetzt kann jeder mit PC und Internet helfen, neue Planeten zu finden. Foto: NASA, AFP

Wenn Amateurastronom William Bianco nach neuen Planeten im Weltall sucht, steht er nicht nachts an einem Teleskop - er setzt sich an seinen PC. Bianco gehört zu einer wachsenden Internet-Community von Hobby-Astronomen, die sich durch die Datenberge der NASA und anderer Organisationen wühlen.

Bianco arbeitet am Systemic-Projekt mit, bei dem inzwischen 750 Amateure auf die Jagd nach neuen Planeten gehen. Mit einer kostenlosen Software durchforsten sie die Daten von fernen Sternen nach kleinen Unregelmäßigkeiten, die auf Planeten hindeuten könnten. Auch testen sie von Forschern erfundene Daten von möglichen Planetensystemen, damit diese real existierende Planetensysteme besser verstehen können.

Bislang wurden so schon mehrere hundert Kandidaten für Planeten entdeckt, von denen aber vermutlich nur fünf tatsächlich als Planetensysteme in Frage kommen, wie Greg Laughlin erklärt. Er ist Astronom an der Universität von Kalifornien in Santa Cruz und leitet das Systemic-Projekt. "Das ist kein zielloses Spiel", sagt Laughlin.

Eine große Entdeckung hat Bianco noch nicht gemacht, aber er liebt das Gefühl, ganz vorne bei der Forschung mit dabei zu sein. Noch nie war es für Amateurastronomen so leicht wie heute, an Daten zu kommen, die bis vor kurzem nur Experten mit ihren Riesenteleskopen zur Verfügung standen. "Wir leben im Goldenen Zeitalter der Astronomie", sagt Bianco, der als Professor für politische Wissenschaft an der Universität von Indiana arbeitet.

Die virtuelle Astronomie boomt schon seit Ende der 90er Jahre. Eines der ersten Projekte mit "Bürgerbeteiligung" im Internet war SETI(at)home. Jeder konnte sich dabei eine kostenlose Software auf seinen Rechner laden und mithelfen, Radiodaten auf mögliche Signale von Außerirdischen zu untersuchen. Die SETI-Software lief noch ganz allein im Hintergrund als Bildschirmschoner, Programme wie Systemic verlangen da schon etwas mehr aktive Mitarbeit.

Aber die Arbeit lohnt sich und die Mithilfe der Amateure ist den Forschern hoch willkommen. "Amateure können wissenschaftliche Arbeit leisten. Wir können wirklich helfen", sagt Terry Mann, Präsidentin der Astronomischen Liga, einem Zusammenschluss von 240 Vereinen von Amateurastronomen in den USA.

Mann selbst hilft seit vergangenem Jahr mit, die Ergebnisse der "Stardust"-Sonde der NASA zu analysieren, die den mikroskopisch feinen interstellaren Staub mit zur Erde gebracht hat. 25.000 Freiwillige beteiligen sich bislang an diesem Projekt. Sie durchsuchen tausende Bilder nach den Spuren des Sternenstaubs, bei dem es sich um Überreste von Sonnenexplosionen handeln soll.

Mann hat 40 mögliche Spuren von Sternenstaub zur näheren Prüfung vorgelegt. Wenn die Angaben der Amateure stimmen, werden ihre Namen auch in den wissenschaftlichen Veröffentlichungen genannt, die die Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley herausgeben, die das Stardust(at)home-Projekt betreuen.

Andrew Westphal vom Labor für Weltraumforschung in Berkeley lobt die Amateure - er würde wohl den Rest seines Lebens brauchen, um all die Staubspuren zu finden, sagt er. "Es ist toll, wie gut sie sind, manchmal sind sie besser als wir", sagt Westphal. Je mehr Menschen sich daran beteiligten, den Rätseln des Kosmos auf die Spur zu kommen, desto besser, sagt Bianco. "Es wird noch einige Zeit dauern und es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung um herauszufinden, was da draußen los ist."

Quelle: ap

 
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