Nasa teilt Sensation mit: Große Mengen Wasser auf dem Mond entdeckt
zuletzt aktualisiert: 14.11.2009 - 09:49Washington (RPO). Auf dem Mond gibt es der US-Weltraumbehörde Nasa zufolge Spuren von Wasser. Das ergab die vorläufige Analyse von Proben aus einem Mondkrater, wie die Nasa am Freitag mitteilte. Bislang hatten Forscher nur vage Hinweise auf Spuren von Eis gefunden.
Der Nasa zufolge ergab sich der Fund bei der Analyse von Proben aus der Staubwolke, die Forscher Anfang Oktober mit dem gezielten Absturz eines kleinen Raumfahrzeugs selbst verursacht hatten.
Zunächst war eine zwei Tonnen schwere ausgebrannte Raketenstufe mit rund 9000 Stundenkilometern in einen Mondkrater eingeschlagen. Daraufhin hatte sich eine rund 1,6 Kilometer hohe Rauchsäule gebildet. Im Abstand weniger Minuten folgte dann die 79 Millionen Dollar teure Raumsonde LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite), um den Aufprall untersuchen zu können.
Von dem gezielten Absturz der beiden Objekte erhofften sich die Wissenschaftler einen Beweis für Wasser auf dem Mond - offenbar mit Erfolg. Sie vermuteten bereits vorab, dass sich gerade tief unten in Kratern an den Polen, die nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, Wasser in Form von Eis gesammelt haben könnte. Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau längerfristiger bemannter Stationen auf dem Mond.
Traum vom Mann auf dem Mond
Eine der großen Visionen der Raumfahrt lebt wieder auf: der Traum von einer bemannten Raumstation auf dem Mond. Nach der spektakulären Entdeckung von Wasser auf dem Erdtrabanten scheint die Möglichkeit plötzlich greifbarer denn je. "Der definitive Beweis für bedeutende Wasservorkommen trägt wesentlich dazu bei, den Mond zu einem interessanten Ziel zu machen", sagte der Raumfahrtexperte John Logsdon von der George Washington University.
"Ja, wir haben tatsächlich Wasser gefunden", sagte der Leiter der jüngsten Mond-Mission, Anthony Colaprete, am Freitag und hielt zum Beweis ein weißes Wassergefäß hoch. "Und wir haben nicht nur eine kleine Menge gefunden. Wir haben bedeutende Vorkommen gefunden." Nach Auswertung von Messdaten der Raumsonde LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) handele es sich um mindestens 95 Liter, und diese stammten nur aus dem beim gezielten Aufprall eines Raumfahrzeugs Anfang Oktober aufgewirbelten Staub.
Enttäuschte Hobby-Astronomen
Das Vorhaben war von vielen Beobachtern zunächst kritisiert worden, da eine von der Nasa vorab angekündigte bis zu zehn Kilometer hohen Staubwolke ausblieb, die auch von der Erde aus zu sehen sein sollte. Stattdessen stieg eine nur 1,6 Kilometer hohe Wolke auf, die von vielen enttäuschten Hobby-Astronomen selbst mit dem Teleskop nicht zu erkennen war.
Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau längerfristiger bemannter Stationen auf dem Mond, da es zu Trinkwasser für die Astronauten oder zu Raketentreibstoff umgewandelt werden könnte. "Wir hatten zwar Hinweise, dass es Wasser geben könnte", sagte der an der Auswertung der LCROSS-Mission beteiligte Geologie-Professor Peter Schulz von der Brown University. "Aber diesmal war es fast so, als könnten wir es schmecken."
Der frühere Astronaut Edwin "Buzz" Aldrin, der nach Neil Armstrong der zweite Mann auf dem Mond war, äußerte sich erfreut über die Entdeckung, warnte aber zugleich vor zu großer Euphorie. "Die Leute werden überreagieren, und es könnte einen nicht gerechtfertigten Ansturm auf den Mond geben", sagte Aldrin. Stattdessen solle sich die NASA lieber weiter auf die Erschließung des Mars' konzentrieren.
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