Sonne, Mond und Sterne im September: Mars bleibt Glanzpunkt des Nachthimmels
zuletzt aktualisiert: 21.08.2003 - 15:21Hamburg (rpo). Auch am Septemberfirmament überstrahlt unser Nachbarplanet Mars alle anderen Himmelskörper. Nach seiner Rekordannäherung ende August häkt er sich Sternbild Wassermann auf und ist fast die ganze Nacht über zu beobachten.
Mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlt Mars halbhoch am südöstlichen Himmel als auffallend heller, gelbroter Lichtpunkt.
Ansonsten beherrschen die Sommersternbilder noch die abendliche Himmelsszene. Hoch am Firmament steht nach Ende der Dämmerung das Sommerdreieck. Der Stern Deneb nimmt dabei fast genau den Platz im Zenit ein. Deneb ist der Hauptstern des Schwans, der mit ausgebreiteten Flügeln durch die Milchstraße fliegt. Zum Sommerdreieck zählen außerdem die bläulich-weiße Wega in der Leier sowie Atair im Adler.
Schon hoch im Osten ist der Pegasus zu erkennen, das geflügelte Fantasieross der Dichter. Der zentrale Teil des Pegasus wird durch ein mächtiges Sternenquadrat markiert, das auch als Herbstviereck bekannt ist. An der nordöstlichen Ecke des Herbstvierecks hängt die Sternenkette der Andromeda. Ihr folgt halbhoch im Nordosten der Perseus. Er ist der strahlende Held, der die Prinzessin Andromeda vor dem schrecklichen Meeresungeheuer Cetus rettet. Der Cetus, auch als Sternbild Walfisch bekannt, ist tief im Südosten gerade im Aufgang begriffen.
Im Perseus ist der Teufelsstern Algol zu sehen, dessen Helligkeit von Zeit zu Zeit abfällt. Algol ist ein Doppelstern. Beide Sterne bedecken sich bei ihrem gemeinsamen Umlauf von Zeit zu Zeit, wodurch einer das Licht des anderen schluckt. Es handelt sich gewissermaßen um Sternfinsternisse. Die Astronomen sprechen von einem bedeckungsveränderlichen Stern.
Tief im Süden passiert gerade der Steinbock die Mittagslinie. Der Steinbock besitzt keine hellen Sterne, weshalb er nicht leicht zu erkennen ist. Dennoch ist er gut bekannt, da er zum Tierkreis gehört, also zu jenen Sternbildern, durch die Sonne, Mond und Planeten hindurchwandern. Vor mehr als 2000 Jahren lag der Winterpunkt noch im Steinbock. Hier erreichte die Sonne ihre tiefste Position im Jahreslauf. Noch heute spricht man daher vom Wendekreis des Steinbocks, obwohl der Winterpunkt inzwischen in das Sternbild Schütze gerückt ist. In unserer Zeit wandert die Sonne vom 19./20. Januar bis 15./16. Februar durch das Sternbild Steinbock.
Im chinesischen Tierkreis markieren die Sterne des Steinbocks einen Stier. In älteren Zeiten sahen die Chinesen in den drei Bildern Wassermann, Steinbock und Schütze das Bild des Schwarzen Kriegers. Auch als "Tor der Götter" wurde das Sternenareal des Steinbocks angesehen, durch das die Seelen schreiten, wenn sie ihre menschlichen Körper verlassen haben und in den Himmel aufgestiegen sind.
Mars ist im September der einzige Planet am Abendhimmel. In der zweiten Nachthälfte ist Saturn in den Zwillingen zu sehen. Der Ringplanet erscheint gegen 3.00 Uhr morgens im Nordosten. Bis Monatsende rücken seine Aufgänge bis auf eine halbe Stunde vor Mitternacht vor.
Um die Monatsmitte taucht Jupiter tief im Osten am Morgenhimmel auf. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Löwe. Am 24. September zieht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes etwa vier Grad nördlich an Jupiter vorbei - ein hübscher Himmelsanblick etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang, der kurz nach 7.00 Uhr erfolgt.
Der sonnennahe Merkur, der nur selten zu beobachten ist, zeigt im September die günstigste Morgensichtbarkeit des ganzen Jahres. In der letzten Septemberwoche erscheint der flinke Planet kurz vor Sonnenaufgang knapp über dem Osthorizont. Etwa gegen 6.00 Uhr wird Merkur als chromgelber Lichtpunkt erkennbar. Am 27. September erreicht er mit knapp 18 Grad seinen größten westlichen Winkelabstand von der Sonne.
Zu Monatsbeginn steht der zunehmende Mond am Abendhimmel. Der Halbmond passiert am 3. September Antares, den roten Hauptstern des Skorpions. Einen Tag vor Vollmond wandert der Erdtrabant am strahlend hellen Mars vorbei. Vollmond ist am 10. September um 18.36 Uhr, Neumond am 26. September um 5.09 Uhr.
Die Sonne tritt am 17. September in das Sternbild Jungfrau und wechselt am 23. September exakt um 12.47 Uhr von der Nord- auf die Südhalbkugel des Himmels - der Herbst beginnt und wir erleben die zweite Tagundnachtgleiche des Jahres. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im Laufe des Septembers um elf Grad ab, und die Tage werden wieder kürzer als die Nächte.
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