Himmel wolkig aber mit Lücken: Mars erreichte Rekordnähe um exakt 11.51 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27.08.2003 - 08:29Hamburg (rpo). Der Marstag ist da. Seit 60.000 Jahren stand unser Nachbar im All nicht mehr so nah an der Erde. Die größte Annäherung erreichte der Mars am Mittwoch um 11.51 Uhr, da war es wegen der Wolken und der Helligkeit natürlich schwierig, den roten Planeten zu beobachten. Dafür bieten sich aber in den folgenden Nächten gute Gelegenheiten.
Mit ein bisschen Glück und Geduld kann der Mars in der Nacht zum Donnerstag in Rekordhelle am Sternenhimmel beobachtet werden. "Der Himmel wird zwar wolkig, aber es gibt immer wieder Lücken", sagte der Meteorologe Jens Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Dienstag.
Schon in kleinen Fernrohren mit rund zehn Zentimetern Durchmesser lassen sich daher auch in den kommenden Nächten grobe Details auf dem "nur" noch knapp 56 Millionen Kilometer entfernten Erdnachbarn erspähen.
Die besten Aussichten auf einen hindernisfreien Blick haben Mittwochnacht die Menschen in Süddeutschland, aber auch die Norddeutschen sind nicht chancenlos. Dort kann es einzelne Schauer geben, ansonsten ist kein Regen angekündigt. Der Mars geht am Südosthorizont auf. Gegen 23 Uhr steht er gut sichtbar im Sternbild Wassermann. Bis zum Morgen wandert er über den Südhimmel Richtung Westen und geht im Südwesten unter.
Zahlreiche Sternwarten und Planetarien laden in diesen Tagen zur Marsbeobachtung ein. Laien sollten allerdings nicht enttäuscht sein: So grandios und detailreich wie auf den bekannten Satellitenaufnahmen erscheint der Rote Planet auch im größten irdischen Fernrohr nicht.
Zum Zeitpunkt der größten Annäherung am Mittwochvormittag ist der Mars am europäischen Himmel nicht zu sehen, sondern erstrahlt gerade über Französisch-Polynesien. Rein rechnerisch dürfen sich daher die Einwohner von Tahiti dem Roten Planeten am nächsten fühlen, wie die NASA ausgerechnet hat. Der Unterschied von wenigen tausend Kilometern fällt verglichen mit dem Abstand des Erdnachbarn allerdings nicht ins Gewicht.
Beim Umlauf um die Sonne überholt die Erde derzeit ihren äußeren Nachbarn. Da die Bahnen beider Planeten keine exakten Kreise sind, sondern leicht elliptisch, fällt der Abstand bei den Überholmanövern verschieden groß aus.
Die nächste Marsannäherung steht am 30. Oktober 2005 an, fällt mit knapp 70 Millionen Kilometern aber nicht so dicht aus wie in diesem Jahr. Erst am 31. Juli 2018 kommen sich Erde und Mars mit 57,6 Millionen Kilometern wieder ähnlich nahe. Unterboten wird die diesjährige Distanz erst am 28. August 2287 mit 55,69 Millionen Kilometern.
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