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Hubble macht spektakuläre Bilder vom Mars: Mars lockt Zehntausende an Teleskope

zuletzt aktualisiert: 29.08.2003 - 07:37

Baltimore (rpo). Mit bloßem Auge war das Ganze vielleicht etwas weniger atemberaubend als erhofft - sofern man aufgrund von Wolken überhaupt etwas in südöstlicher Richtung erspähen konnte. Dennoch strömten Zehntausende in die Sternwarten. Das Hubble-Teleskop hat spektakuläre Bilder des Mars zur Erde gesandt.

Während der Rekord-Annäherung des Mars' an die Erde hat das Hubble-Teleskop spektakuläre Bilder des Roten Planeten zur Erde gesandt. Astronomen zeigten sich begeistert von der Auflösung der Bilder, auf denen Einzelheiten eines eisbedeckten Pols und eine gewaltige Schlucht zu erkennen waren.

"Wir haben diese Art der Auflösung noch nie auf einem Hubble-Bild gesehen", sagte der Astronom Jim Bell von der Cornell Universität. Das Space Telescope Science Institute, das das Teleskop betreibt, veröffentlichte die Bilder am Mittwoch. Sie waren am Dienstagabend und Mittwochmorgen entstanden, als der Mars sich der Erde so stark annäherte wie seit fast 60.000 Jahren nicht mehr.

Auf einem Bild ist deutlich der mit Eis bedeckte Südpol des Mars' zu sehen, außerdem Krater und weiße Wolken. "Sie sind so gut wie nie zuvor", sagte der Astronom Michael Wolff vom Science Institute in Baltimore. Die Forscher wollen jetzt die Bilder analysieren und hoffen auf neue Entdeckungen.

Besuch des Mars entzückt Deutschlands Sterngucker

Hatte der helle Schein des zu Sonnenuntergang im Südosten knapp über dem Horizont erscheinenden Planeten schon an den Vorabenden die Menschen entzückt, manche aber auch verängstigt, versteckte sich der Mars am Mittwoch und Donnerstag vielerorts hinter Wolken. Allerdings bleibt der Rote Planet noch monatelang in Erdnähe und wird im September und Oktober sogar noch besser zu beobachten sein, weil er sich dann höher am Himmel befindet.

Das Interesse der Sternfreunde am Roten Planeten war gewaltig. Die Volkssternwarte München beispielsweise wurde in diesen Tagen von Neugierigen fast überrannt. "Bei uns ist der Teufel los!" sagte ein Mitarbeiter. Kommen an einem gewöhnlichen Abend 30 Sterngucker ins Observatorium, waren es in dieser Woche durchschnittlich 700, und für den Mittwochabend wurde mit "mindestens 1.000 Leuten" gerechnet.

Damit jeder Münchner die Chance bekommt, einen Blick auf den Roten Planeten zu werfen, sollte die Volkssternwarte bis gegen vier Uhr früh geöffnet bleiben. Die Astronomen rieten allerdings, sich den Mars zwischen Mitte September und Anfang Oktober zu betrachten - dann sei der Andrang geringer, und weil der Mars höher stehe, seien die Luftschichten zwischen Teleskop und Mars geringer und die Bilder viel ruhiger.

Von "extremem Interesse" sprach auch Birgit Schmidt von der Hamburger Sternwarte. Das Telefon klingele pausenlos. Die Menschen seien aber nicht ängstlich, sondern eher neugierig. Aufgeregte UFO-Meldungen, die anderswo die Astronomen amüsierten, wurden weder aus Hamburg noch aus Berlin gemeldet, wo die Sternwarten ebenfalls stark gestiegene Besucherzahlen verzeichneten.

Die Vereinigung der Sternfreunde zählte bundesweit bereits mehrere Zehntausend Mars-Beobachter in Sternwarten und Instituten. "Es wurden regelrechte Star- Partys gefeiert - und der Star war eindeutig der Mars", sagte Sternfreunde-Sprecher Wolfgang Steinicke am Donnerstag in Umkirch (Baden-Württemberg).

Allein zum ersten deutschen Astronomietag am 23. August seien nach ersten Schätzungen rund 20.000 Menschen in die Sternwarten geströmt. Einige Institutionen hätten ein größeres Interesse der Öffentlichkeit festgestellt als 1997 beim Auftauchen des Kometen Hale-Bopp. Ähnlich dicht wie in diesem Jahr begegnen sich Mars und Erde erst im Jahr 2018 wieder.

Die meisten wollen den Mars ganz groß sehen

Auch beim Astronomischen Institut der Universität Bonn gehen seit Wochen zahlreiche Anrufe ein. Der häufigste am Mittwoch geäußerte Wunsch: einmal durch ein Teleskop gucken und den Mars noch größer sehen als mit bloßem Auge. Einige interessierten sich auch für genaue Zeiten und Koordinaten zur Beobachtung sowie astronomische Hintergründe. Wegen der großen Nachfrage boten die Forscher in Bonn, aber auch in der Bochumer Sternwarte öffentliche Beobachtungsveranstaltungen an. Auch in Sachsen registrierten die Sternwarten reges Interesse am Mars.

In zahlreichen Städten stieg zudem die Nachfrage nach Fernrohren. "Die Leute kommen und kaufen, weil sie den Mars betrachten wollen", sagte ein Abteilungsleiter eines führenden Fachgeschäfts in München. Auch in Nordrhein-Westfalen gab es deutlich mehr Anfragen nach Fernrohren als sonst. Teleskope seien traditionell Artikel, die als Weihnachtsgeschenke gekauft würden, sagte ein Karstadt-Sprecher. Dieses Jahr aber würden Fernrohre aller Preisklassen auch außerhalb der Saison stärker verkauft, vor allem in den vergangenen zwei Wochen.


 
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