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Gleich mehrere Länder rüsten zu neuen Expeditionen: Nach 35 Jahren: Back to the Moon

zuletzt aktualisiert: 20.07.2004 - 18:10

Berlin (rpo). 35 Jahre ist es her, dass der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte. Was damals ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer für die Menschheit war, übt auch heutzutage wieder eine große Verlockung aus. Gleich mehrere Länder rüsten zu neuen Expeditionen.

Doch während damals die USA und die Russen allein darum wetteiferten, ihre Fahne auf dem Mond zu hissen, beteiligen sich nun auch Chinesen, Europäer, Inder und Japaner am neuen Run. Mit Automaten und Astronauten wollen sie das Werk von Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin fortsetzen, die als Erste ihren Fußabdruck im Mondstaub hinterließen.

Wann genau erneut ein Mensch den Erdtrabanten betritt, steht noch nicht fest. Aber in den nächsten 15 bis 20 Jahren ist es sicher so weit. Die Amerikaner sollen nach dem Willen von Präsident George W. Bush zwischen 2015 und 2020 zum Mond zurückkehren.

Der Erdtrabant soll allerdings als Sprungbrett für weitergehende Missionen zum Mars und noch ferneren Planeten dienen. Die USA wollen damit ihre Vormachtstellung in der Raumfahrt unter Beweis stellen. Zudem sagt man ihnen Ambitionen auf die großen Helium-3-Vorräte auf dem Mond als Brennstoff für die Lösung der irdischen Energieprobleme nach.

Die Ausschreibung für ein neues US-Raumschiff, das in etwa zehn Jahren den Shuttle ablösen soll, ist gerade abgeschlossen, und Experten arbeiten bereits an einer mobilen Mondstation.

Sie denken sogar daran, jene Technik wieder in ihre Planungen einzubeziehen, die bei den sechs bemannten Landungen mit zwölf Astronauten zwischen Juli 1969 und Dezember 1972 dort zurückgeblieben ist: Ein halbes Dutzend Landestufen der Mondfähren, drei elektrische Mondrover und ein Teleskop.

Die Russen haben zwar derzeit noch kein offizielles Mondprogramm. Sie gehen aber davon aus, bei entsprechender Finanzierung schon Mitte des nächsten Jahrzehnts ihr Trauma abschütteln zu können, den Amerikanern im Wettrennen um den Erdtrabanten kläglich unterlegen zu sein. Nach dem triumphalen Flügen von Sputnik 1 (1957) und Juri Gagarin (1961) wurde die sowjetische Erfolgsserie von Wernher von Braun jäh gestoppt.

Der Schock seines "Apollo"-Programms war so groß, dass sich der Kreml nicht einmal zuzugeben traute, überhaupt bemannte Mondflüge geplant zu haben. Mit dem neuen Superraumschiff "Clipper", das in etwa sechs Jahren zur Verfügung stehen soll, nehmen die Russen perspektivisch auch erneut Anlauf auf den Erdtrabanten.

China startet indes nach dem Flug seines ersten Taikonauten im Oktober 2003 gleich zum Mond durch. Das soll sich in drei Etappen vollziehen. Schon 2007 sollen die ersten automatischen Stationen zum Erdtrabanten fliegen, um ihn zu kartografieren. Dann soll ein automatischer Lander auf die Reise gehen, und schließlich soll Mondgestein zur Erde geholt werden. Erst danach will Peking über einen bemannten Mondflug entscheiden.

Europa geht die weitere Erforschung des Mondes eher ruhig an. Das soll im Rahmen des 2001 von der Europäischen Weltraumorganisation ESA beschlossenen strategischen Programms "Aurora" geschehen, das bis ins Jahr 2035 reicht.

Dessen Hauptziel ist es, einen europäischen Langzeitplan für die unbemannte und bemannte Erforschung des Sonnensystems zu erstellen und umzusetzen. Dabei gelten Mond, Mars und Asteroiden als die wichtigsten Forschungsobjekte. Ein zweites Ziel ist die Suche nach Leben außerhalb unseres Planeten.

Indien will schon in zwei Jahren einen Automaten in eine Mondumlaufbahn befördern. Daneben denkt man ernsthaft darüber nach, Mitte des nächsten Jahrzehnts eine bemannte Mission zu starten. Und Japan will mit den Sonden "Lunar-A" und "Selene" aufbauend auf den Ergebnissen der "Apollo"-Missionen den Fragen nach dem Inneren und dem Ursprung des Erdtrabanten auf den Grund gehen.


 
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