Spce-Shuttle erzeugt Nachtwolken: Raketen-Abgase bringen Nachthimmel zum Leuchten
zuletzt aktualisiert: 17.06.2003 - 11:32Katlenburg-Lindau (rpo). Wer beim Anblick so genannter leuchtender Nachtwolken in romantische Verzückung gerät, sollte besser auf dem Boden bleiben. Denn nach einer neuen Studie können Abgase von Raumfahrzeugen das Himmelsspektakel erzeugen.
Vor allem die 1100 Kilometer lange Abgasfahne des Space Shuttles rufe das seltene Phänomen hervor, teilte das Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau am Montag mit.
Forscher des Instituts berichten über diese Erklärung der mysteriösen Höhenerscheinung gemeinsam mit Kollegen im Fachblatt "Geophysical Research Letters" (Bd. 30, S. 1546).
Die leuchtenden Nachtwolken finden sich in nördlichen Breiten in mehr als 80 Kilometern Höhe in der so genannten Mesopause, der kältesten Schicht der Erdatmosphäre. Sie bestehen vermutlich aus winzigen Eiskügelchen und entstehen in den Sommermonaten, wenn die Temperatur in diesen Höhen auf unter minus 130 Grad Celsius fällt und genügend Wasserdampf vorhanden ist.
Die Höhenwolken sind so dünn, dass sie bei Tageslicht nicht zu sehen sind. Abends dagegen werden sie wegen ihrer großen Höhe von der Sonne noch beleuchtet, obwohl es am Boden und in unteren Schichten der Atmosphäre schon dunkel ist. Im gestreuten und reflektierten Licht der Sonne leuchten die Höhenwolken silber- oder bläulich weiß bis orangerötlich und heben sich gegen den dunklen Nachthimmel deutlich ab. In manchen Sommern sei das Phänomen auch von Norddeutschland aus zu sehen, sagte ein Institutssprecher.
In einer internationalen Studie, an der auch die Universität Wuppertal und das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik der Universität Rostock beteiligt waren, haben die Max-Planck-Forscher nachgewiesen, dass die Abgase des Space-Shuttle-Hauptriebwerks die Höhenwolken erzeugen können. Diese Abgase, die nahezu vollständig aus Wasserdampf bestehen, wurden von einem auf einer nordnorwegischen Insel stationierten Mikrowellenspektrometer des MPAE identifiziert. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Abgasfahne durch starke Winde bis in polare Regionen geweht wurde.
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