Beim Andock-Versuch: Raumschiff fliegt an ISS vorbei
zuletzt aktualisiert: 02.07.2010 - 21:34Moskau (RPO). Ein Andockmanöver eines mit 2,6 Tonnen Nachschub beladenen russischen Frachtraumschiffs an die Internationale Raumstation ISS ist fehlgeschlagen. "Progress M-06M" sei am Freitag an der ISS vorbeigeflogen, teilte die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf das Flugleitzentrum (ZUP) und die Raumfahrtagentur Roskosmos mit.
Am Sonntag solle ein neuer Kopplungsversuch unternommen werden. Die ISS-Besatzung bleibe in Kontakt mit dem automatischen Raumschiff, das nach den Worten von Roskosmos-Vize Witali Dawydow unter Kontrolle sei.
Nach Meldungen der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA war das System für die automatische Kopplung defekt. "Die ISS-Besatzung hatte keine Zeit mehr, das Versorgungsschiff manuell an die Station anzukoppeln", hieß es. Wie der US-Raumfahrt-Onlinedienst Spacefligth Now berichtet, ist 25 Minuten vor der für 18.58 Uhr deutscher Zeit geplanten Kopplung die Telemetrieverbindung zwischen beiden Raumflugkörpern abgebrochen. Der Frachter befinde sich derzeit in sicherer Entfernung von der ISS, so dass keine Gefahr für die Besatzung der Station bestehe. Experten versuchten, den Fehler zu beheben.
"Progress M-06M" war am Mittwoch vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Der Frachter soll unter anderem 1127 Kilogramm Treibstoff, 300 Kilogramm Trinkwasser, 266 Kilogramm Lebensmittelkonserven, frisches Obst und Gemüse sowie wissenschaftliche Geräte, Ersatzteile, Verbrauchsmaterial, Post und Päckchen für die sechsköpfige ISS-Besatzung auf die Umlaufbahn bringen.
Die "Progress"-Frachter sind seit Januar 1978 in Dienst. Bisher sind weit über 100 davon zu den russischen Raumstationen und zur ISS geflogen. Die Frachter der neuesten "Progress M-M"-Serie sind digitalisiert und steuern seit November 2008 die ISS an. Vor dem Start von "Progress M-06M" hatte Roskosmos ausdrücklich betont, dass bisher alle Flüge problemlos verlaufen seien.
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