Asteroid ist nur auf der südlichen Halbkugel zu sehen: Toutatis torkelt dicht an der Erde vorbei
zuletzt aktualisiert: 28.09.2004 - 14:06New York (rpo). Für die Gallier war Teutates der Gott der Händler, Reisenden und Krieger. Dass seinen Namen auch heute noch Menschern in aller Welt kennen, verdankt er vor allem zwei gallischen Kriegern: Asterix und Obelix, die in Teutates' Namen so manchem Römer die Uniform verbeulten. Ob der Entdecker des Asteroiden, der am Mittwoch der Erde nahekommt, Asterix-Fan ist, ist nicht bekannt. Jedenfalls benannte er den Himmelskörper nach dem französischen Namen des gallischen Gottes: Toutatis.
In einem Abstand von nur 1,5 Millionen Kilometern fliegt der Asteroid Toutatis an unserem Planeten vorbei. Der Felsbrocken ist mit 4,6 Kilometern Länge und 2,4 Kilometern Breite das größte Objekt, das der Erde während der vergangenen 100 Jahre so nah gekommen ist. Zu sehen sein wird der Asteroid allerdings nur von der Südhalbkugel aus, wie der Nachrichtendienst Space.com berichtet.
Toutatis passiert die Erde etwa alle vier Jahre, meist in sehr großer Entfernung. Diesmal ist der Abstand zur Erde jedoch nur etwa viermal so groß wie die Entfernung zwischen Erde und Mond. Doch so, wie den unbesiegbaren Galliern in ihrem kleinen Dorf dann doch nie der Himmel auf den Kopf fällt, ist auch Toutatis keine Gefahr für die Erde. Da Astronomen ihn seit mehr als zehn Jahren intensiv beobachten, können sie seine Flugbahn bis auf wenige Kilometer genau vorhersagen.
Ein torkelnder Zweiachser
Bei seiner Passage am Mittwoch erscheint Toutatis am Himmel der südlichen Hemisphäre. Wegen der geringen Entfernung zur Erde und der hohen Geschwindigkeit des Asteroiden ist seine Beobachtung jedoch relativ schwierig. So hängt beispielsweise die Position, in der der Himmelskörper von der Erde aus sichtbar ist, stark vom Standpunkt des Beobachters ab.
Erschwert wird die Sichtung außerdem durch den Einfall des Mondlichts. Gelingt es, Toutatis mit einem Teleskop zu erfassen, kann die Bewegung des Asteroiden praktisch in Echtzeit beobachtet werden, ähnlich wie die Bewegung eines Sekundenzeigers auf einer Uhr. Anfang Oktober werden dann auch Astronomen auf der Nordhalbkugel eine Chance bekommen, Toutatis zu sehen.
Toutatis war 1989 entdeckt worden. Besonders auffällig ist seine merkwürdige Eigendrehung: Im Gegensatz zu den meisten anderen Himmelsobjekten rotiert er nicht um eine, sondern um zwei Achsen. Dadurch wirkt seine Bewegung torkelnd.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







