Naturphänomen tritt in weit größerer Höhe auf als bislang vermutet: Verblüffte Wissenschaftler: Neue Polarlichter entdeckt
zuletzt aktualisiert: 11.12.2003 - 15:38San Francisco (rpo). Etliche Experten geben sich verblüfft: Ein Militärsatellit hat Polarlichter in bisher ungeahnten Höhen entdeckt. Damit bestätigen sich als Hirngespinste belächelte Beobachtungen von Astronauten aus der Vergangenheit.
Zur Verblüffung vieler Experten, die am Mittwoch zum Herbsttreffen der Amerikanischen Vereinigung für Geophysik zusammenkamen, hatten die Kameras des US-Satelliten Nordlichter in 800 Kilometer Höhe aufgenommen. Damit bestätigten sich Beobachtungen von Austronauten, die von Wissenschaftlern bislang als Hirngespinste abgetan wurden.
Nach bisherigem Kenntnissstand treten Polarlichter nur in einer Höhe von wenigen 100 Kilometern über der Erdoberfläche auf. Die Satellitenbilder eröffneten eine ganz neue Sichtweise auf das Phänomen, das niemand in dieser Höhe erwartet hätte, sagte der Physiker David Webb vom Boston College.
Geladene Teilchen
Polarlichter entstehen bei starken Sonneneruptionen, wenn geladene Teilchen die Erdatmosphäre durchschlagen und mit Luftmolekülen zusammenprallen. Experten gingen bislang davon aus, dass es in höheren Schichten der Atmosphäre zu wenig Moleküle gebe, um diesen Effekt auszulösen. "Deshalb wollten Wissenschaftler den Berichten von Astronauten keinen Glauben schenken", sagte Bernhard V. Jackson, ein Solarphysiker der University of California. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Sonnenpartikel bei ihrem Aufprall Stickstoffmoleküle aus der Ionosphäre in höhere Schichten stoßen und dort Polarlichter auslösten, sagte Webb.
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