kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
panorama eso magnetar 2010-10-02
  Foto: Eso
Kommentare ()

Astronomen entdecken riesigen Magnetar: Wie viel Masse braucht man für ein Schwarzes Loch?

zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 21:29

Düsseldorf (RPO). Astronomen konnten jetzt erstmals nachweisen, dass ein Magnetar – eine seltene Art von Neutronenstern – aus einem Stern mit mindestens der vierzigfachen Masse der Sonne entstanden ist. Doch derart massereiche Sterne sollten nicht zu einem Magnetar werden, sondern zu einem Schwarzen Loch. Das wirft die fundamentale Frage auf, wie massereich ein Stern tatsächlich sein muss, um sich am Ende seines Lebens in ein Schwarzes Loch zu verwandeln.

Zu ihren Schlussfolgerungen über den Magnetar kamen die Astronomen nach einer eingehenden Untersuchung des ungewöhnlichen Sternhaufens Westerlund 1, in dem sich der Magnetar befindet. Westerlund 1 liegt in einer Entfernung von 16.000 Lichtjahren im Sternbild Ara (der Altar) am Südhimmel.

Von früheren Untersuchungen her kannten die Wissenschaftler Westerlund 1 als den uns nächsten “Supersternhaufen”. Er enthält hunderte sehr massereiche Sterne, von denen einige bei einer Größe von etwa 2000 Sonnendurchmessern (das entspricht etwa der Größe der Umlaufbahn des Planeten Saturn) fast eine Million mal so hell leuchten wie die Sonne.

Hunderte Vollmonde am Nachthimmel

“Befände sich die Sonne im Herzen dieses bemerkenswerten Sternhaufens, wäre der Nachthimmel auf der Erde mit hunderten von Sternen übersät, die so hell wären wie der Vollmond”, erklärt Ben Ritchie, der Erstautor des Fachartikels, in dem die Ergebnisse der Untersuchungen beschrieben werden.

Ein Magnetar ist ein Neutronenstern mit einem unvorstellbar starken Magnetfeld – rund eine Billiarde mal stärker als das der Erde. Das Magnetfeld entsteht zur gleichen Zeit wie der Neutronenstern selbst, also dann, wenn der Vorläuferstern am Ende seines Lebens als Supernova explodiert. Der Sternhaufen Westerlund 1 enthält einen der wenigen Magnetare, die die Astronomen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, kennen.

Erst die Zugehörigkeit des Magnetars zum Sternhaufen ermöglicht die Abschätzung, dass sein Vorgängerstern mindestens 40 Sonnenmassen gehabt haben muss. Da die Sterne in Westerlund 1 alle gleich alt sind, muss der Stern, der als Supernova explodierte und den Magnetar als Überbleibsel hinterließ, eine kürzere Lebensspanne gehabt haben als die heute in dem Sternhaufen noch existierenden Sterne.

Riesiger Masseverlust vor Explosion

Das Astronomenteam feststellen können, dass der Vorläuferstern des Magnetars mindestens vierzigmal so massereich gewesen sein muss wie die Sonne. Damit haben sie erstmals gezeigt, dass sich Magnetare aus Sternen bilden können, die so massereich sind, dass man eigentlich erwarten würde, dass sie am Ende ihres Lebens zu einem Schwarzen Loch werden. Zuvor hatte man angenommen, dass Sterne mit anfänglich zwischen 10 und 25 Sonnenmassen Neutronensterne bilden würden und Sterne mit mehr als 25 Sonnenmassen Schwarze Löcher.

"Diese Sterne müssen auf irgendeine Weise mehr als neun Zehntel ihrer Masse verlieren, bevor sie als Supernova explodieren, sonst würden sie als Schwarzes Loch enden", erklärt Co-Autor Ignacio Negueruela. "So große Massenverlustraten vor der Explosion stellen für die gängigen Modelle der Sternentwicklung eine große Herausforderung dar."

"Es stellt sich daher die schwierige Frage, wie viel Masse ein Stern denn überhaupt haben muss, um schließlich zu einem Schwarzen Loch zusammenzustürzen, wenn dies nicht einmal Sternen mit mehr als 40 Sonnenmassen gelingt", ergänzt Co-Autor Norbert Langer.

Der von den Astronomen bevorzugte Entstehungmechanismus für den Magnetar geht davon aus, dass der Vorläufersterns des Magnetars zusammen mit einem Begleitstern entstanden ist. Im Laufe ihrer gemeinsamen Entwicklung kam es zur Wechselwirkung zwischen den Sternen: Dabei wurde Energie aus der Umlaufbewegung der Sterne dazu aufgewendet, die große überschüssige Masse des Vorläufersterns wegzuschleudern.

Zwar hat man bislang keinen solchen Begleiter gefunden, was aber darin begründet sein könnte, dass die Supernovaexplosion, bei der sich der Magnetar gebildet hat, das Doppelsternsystem zerstört und beide Sterne mit hoher Geschwindiglkeit aus dem Sternhaufen geschleudert hat.

"Wenn das der Fall ist, könnten Doppelsternsysteme eine entscheidende Rolle in der Sternentwicklung spielen, indem sie den Massenverlust beeinflussen. Für die Schwergewichte unter den Sternen wäre es die ultimative kosmische Diät, bei der sie mehr als 95% ihrer Anfangsmasse verlieren würden”, schließt Co-Autor und Teamleiter Simon Clark.

Quelle: csr/top

 
weitere Artikel
 
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Forscher entdecken neue Skorpion-Art

Vietnam

Forscher entdecken neue Skorpion-Art

An der Wand einer vietnamesischen Höhle haben Forscher einen bleichen, augenlosen Skorpion entdeckt. mehr 

Ruhr-Universität Bochum

Forscher knacken Satellitentelefone

Bochumer Forscher haben nach eigenen Angaben die Übertragung von Satellitentelefonen geknackt und erhebliche Sicherheitslücken offengelegt. mehr 

Videos

Mönchengladbach nach dem Rockerbanden-Streit

Nach der Auseinandersetzung zweier Rockerclubs in der Mönchengladbacher Altstadt laufen die Ermittlungen der Polizei an. Bisher gab es ... mehr 

Österreicher will vom Weltall-Rand zur Erde stürzen

Extremsportler Felix Baumgartner möchte aus 36.000 Metern Höhe auf die Erde stürzen. Im freien Fall will er die Schallmauer durchbrechen - ... mehr 

Mehr Nachrichten Wissen Weltraum

Projekt zur Asteroidenabwehr gestartet

Schutzschild gegen Bomben aus dem All

Der Asteroid Apophis schrammt im April 2029 haarscharf an der Erde vorbei. Um gerade mal 30.000 Kilometer wird der 300-Meter-Brocken unseren Planeten verfehlen. Wäre Apophis auf Crashkurs, würde sein Einschlag ganze Regionen vernichten. mehr 

 

Halo durch Eiskristalle verursacht

Riesiger Leuchtring um den Mond

 

Blick in die Tiefen des Alls

Der geheimnisvolle Helixnebel

 

Neue "Super-Erde" entdeckt

Was genau ist eigentlich ein Planet?

 

Expansion in den Weltraum

Russland plant Mondlandung für 2020

 

Könnten hier Menschen wohnen?

Forscher finden "Super-Erde"

Top-Services
Antworten auf die wichtigsten Kälte-Fragen
Antworten auf die wichtigsten Kälte-Fragen
Deutschland friert: Die eisige Kälte aus .. mehr 
 
Antworten auf die wichtigsten Kälte-Fragen
Antworten auf die wichtigsten Kälte-Fragen
Deutschland friert: Die eisige Kälte aus ..
mehr 
Das Einmaleins der Planeten
Das Einmaleins der Planeten
Was genau ist ein Planet und was macht ein "Super-Erde" aus?
mehr 
Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen
Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen
In dieser Fotostrecke zeigen wir Ihnen die ..
mehr 
Sensation: Unbekannter Fischsaurier entdeckt
Sensation: Unbekannter Fischsaurier entdeckt
Vor sieben Jahren fanden Forscher auf einer ..
mehr 
Bildband: Überwiegend lustige Grafiken
Bildband: Überwiegend lustige Grafiken
Das Buch "Was wir tun, wenn der Aufzug nicht ..
mehr 
Neue Tierarten im Mekong-Delta entdeckt
Neue Tierarten im Mekong-Delta entdeckt
Über 200 neue Tierarten sind im Mekong-Gebiet entdeckt worden.
mehr 
PC-Präsentationen richtig halten
PC-Präsentationen richtig halten
Ab dem ersten Tag gehören PC-Präsentationen in ..
mehr 
Deutschlands erste Grünkohl-Akademie
Deutschlands erste Grünkohl-Akademie
Die Oldenburger Tourismus und Marketing GmbH ..
mehr 
Sehenswerte Bildbände

Bildband zeigt Herb Ritts Werk

Akt und Mode in Vollendung

Herb Ritts gehört mit seinem Stil zu den wichtigsten und innovativsten US-Fotografen seiner Generation. Armani, Calvin Klein, Valentino oder Versace liebten ihn. So schuf Ritts Ikonen, die jetzt in einem Bildband gesammelt sind. mehr 

 

Bildband "Stark wie Zwei"

So sieht man Udo wirklich selten

Seine Markenzeichen sind Hut und Sonnenbrille. Er ist ein Meister der Selbstinszenierung und eine deutsche Ikone. Doch wie tickt Udo Lindenberg? Ein sehr intimer Bildband gewährt Einblicke. mehr 

 

"Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt"

Überwiegend lustige Grafiken

Wer an der Ampel ankommt, hat meist rot. Ist doch so, oder? Was macht man, wenn der Bürokaffee alle ist? Neuen kochen oder durch alle Räume laufen, um sich bei jedem Kollegen zu beschweren? Katja Berlin und Peter Grünlich wissen die Antworten. von dagmar haas-pilwat  mehr