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Zürcher Studie: Weniger Selbstmorde in der Adventszeit

zuletzt aktualisiert: 30.11.2007 - 13:14

Zürich (RPO). Die Selbstmordrate geht eine Schweizer Studie zufolge während der Weihnachtszeit deutlich zurück. Schon im Winter sind die Zahlen im Vergleich zum Sommer niedriger. Gründe seien vermehrte soziale Kontakte wie etwa Familien- und Firmenanlässe, erklärten die Schweizer Forscher.

Im Winter fühlen sich Menschen offenbar weniger einsam.  Foto: ddp
Im Winter fühlen sich Menschen offenbar weniger einsam. Foto: ddp

Wer in dieser Zeit die Krise bewältige, versuche auch seltener dann im Frühjahr einen Selbstmord. Forscher der Psychiatrischen Universitätsklinik und des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin nahmen die tägliche Selbstmordhäufigkeit im Zeitraum von 1969 bis 2003 unter die Lupe. Dabei zeigt sich, dass die Zahlen bei Männern bereits Ende November und bei Frauen Anfang Dezember zurückgehen. Eine verstärkte Abnahme wird zugleich während der ganzen Adventszeit beobachtet, wobei die Rate nach Neujahr wieder auf das ursprüngliche Niveau steigt.

Am Ende der Adventszeit sei der Rückgang der Selbstmorde mit 30 bis 40 Prozent am größten, erklärten die Forscher am Freitag. Für die ganze Dauer des Advents mache dies etwa zwölf Prozent der Selbstmorde aus. Wer im Dezember eine suizidale Krise durchstehe, hole laut den Ergebnissen den Selbstmord nur in wenigen Fällen gleich im Januar oder Februar nach. Die Wahrscheinlichkeit sinke, je größer der Abstand von der überstandenen Krise sei. "Offensichtlich ist aufgeschoben in sehr vielen Fällen tatsächlich auch aufgehoben", folgert Suizidforscher Vladeta Ajdacic-Gross in der Zeitschrift "Psychiatry Research".

Ajdacic-Gross und seine Kollegen sehen sich insgesamt darin bestätigt, dass das Selbstmordgeschehen in der Adventszeit und erst recht an Weihnachten von bestimmten sozialen Mechanismen bestimmt wird. Dazu gehörten allem voran die Familien- und Firmenanlässe. Der vollere Terminkalender gebe aber auch Verpflichtungen vor, die bekanntlich als stille und effektive Maßnahmen in der psychiatrischen Praxis und der Telefonseelsorge gezielt eingesetzt würden. Kein Präventionsprogramm sei auch nur annähernd so erfolgreich wie das "natürliche Experiment Adventszeit". Die Aktivierung sozialer Netzwerke biete offensichtlich große Möglichkeiten.

Quelle: ap

 
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