kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Schluckauf ist Überbleibsel der Evolution: Wichtig fürs Saugen

zuletzt aktualisiert: 06.02.2003 - 06:55

London (rpo). Der Schluckauf ist lästig und nervt die Menschheit vermutlich schon sehr lange. Denn nach einer neuen Theorie französischer Forscher ist das "Hicksen" ein Überbleibsel der Evolution. Der eigentlich nutzlose Reflex habe sich erhalten, weil er auch Babys beim Saugen helfe.

Das berichtet das britische Magazin "New Scientist" (Bd. 2381, S. 16) mit Verweis auf Christian Straus an der Pitié Salpêtrière Klinik in Paris. Mit dem Schluckauf-Reflex schützen Amphibien ihre Lunge vor Wasser.

Die Sequenz der Bewegungen beim Schluckauf ähnele der beim Stillen, argumentiert der Forscher. Dabei schließe sich die Stimmritze des Babys, damit keine Milch in die Lungen gelangt. Schluckauf könnte als Nebenprodukt der Preis für solch ein nützliches System sein, meint Straus.

Beim Schluckauf zieht sich die Atemmuskulatur während des Einatmens ganz plötzlich zusammen. Kurz nachdem sich die Muskeln in Bewegung gesetzt haben, schließt sich die Stimmritze im Kehlkopf und produziert damit den typischen Hickslaut. Die einzige wissenschaftlich gesicherte Methode gegen Schluckauf ist laut "New Scientist", in eine Papiertüte zu atmen und so den Kohlendioxidgehalt im Blut zu erhöhen.

Primitive Lungenatmer wie Lungenfische oder auch Amphibien spritzen laut Straus Wasser über ihre Kiemen, indem sie ihre Mundhöhle zusammenpressen. Dabei schließen sie ihre Stimmritze, damit kein Wasser in die Lunge gelangt. Straus zufolge hat sich diejenige Gehirnfunktion, die Bewegungen der Kiemenatmung bei Tieren und die Stimmritze beim Menschen kontrolliert, über die Evolution hinweg erhalten. Die Schluckaufbewegung habe viele Ähnlichkeiten mit der Kiemenbelüftung der Kaulquappen. Beides werde zudem gehemmt durch aufgeblähte Lungen und einen hohen Kohlendioxidgehalt in Luft oder Wasser.

Selbst Ungeborene im Mutterleib haben Schluckauf, lange bevor eine Atembewegung einsetzt. Früheren Theorien zufolge bereiten Schluckaufbewegungen des Ungeborenen die Atemmuskulatur auf das spätere Atmen vor. Nach einer anderen Erklärung verhindert der Schluckauf, dass Fruchtwasser in die Lungen des Fötus gelangt.

Die neue Theorie von Straus klinge plausibel, sagte Allan Pack von der Universität von Pennsylvania dem "New Scientist". "Aber es wird sehr schwer, sie zu beweisen." Die Originalstudie ist im Journal "BioEssays" (Bd. 25, S. 182) veröffentlicht.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Forscher entdecken riesiges Manganfeld in Tiefsee

Deutsches Lizenzgebiet im Pazifik

Forscher entdecken riesiges Manganfeld

Meeresforscher haben im deutschen Lizenzgebiet des Pazifik ein großes Vorkommen an Manganknollen entdeckt. mehr 

Alter der äußeren Milchstraße bestimmt

Mit Hilfe von Weißen Zwergen

Alter der äußeren Milchstraße bestimmt

Das Alter der äußeren Milchstraße ist mit einer neuen Analyse genau bestimmt worden. Der innere Halo unserer Galaxis ist demnach etwa 11,4 M ... mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Deutsches Lizenzgebiet im Pazifik

Forscher entdecken riesiges Manganfeld

Mit Hilfe von Weißen Zwergen

Alter der äußeren Milchstraße bestimmt

Vogelzählung in Deutschland

Spatz ist der häufigste Vogel

Weltraumkapsel "Dragon"

Der "Drache" ist gelandet

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Top-Services