kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Gordon Brown Panorama AFP
  Foto: POOL, AFP
Kommentare ()

Neue Erfindung gegen Erderwärmung: Wolkenschiffe sollen Klima retten

VON ALEXEI MAKARTSEV - zuletzt aktualisiert: 20.10.2009 - 19:26

Manchester (RP). In einer dramatischen Ansprache hat der britische Premier Gordon Brown höchste Anstrengungen gefordert, um die Erderwärmung zu stoppen. Britische Wissenschaftler arbeiten bereits an fantastisch anmutenden Projekten.

1500 dieser unbemannten Schiffe sollen auf den Ozeanen der Welt Meerwasser in die Atmosphäre blasen, um Wolken zu erzeugen, die Sonnenlicht reflektieren - und es so von der Erde abhalten.  Foto: Foto: Copenhagen Center
1500 dieser unbemannten Schiffe sollen auf den Ozeanen der Welt Meerwasser in die Atmosphäre blasen, um Wolken zu erzeugen, die Sonnenlicht reflektieren - und es so von der Erde abhalten. Foto: Foto: Copenhagen Center

Die Politik habe "50 Tage Zeit", um die Welt vor dem katastrophalen Klimawandel zu retten, der bis 2080 zur akuten Wasserknappheit für zusätzliche 1,8 Milliarden Menschen führen könnte, warnt Gordon Brown. In einer Ansprache an die Gesprächsrunde "Major Economies Forum" (MEF) in London, die die 17 größten "Klimasünder" unter den Industrie- und Schwellenstaaten vereint, hat der britische Premier die Welt zum Handeln aufgerufen.

Die UN-Gespräche vor dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember steckten "in einer Sackgasse", sagte Brown: "Es gibt keinen Plan B. In jeder Epoche gibt es nur einen oder zwei Momente, an dem die Nationen zusammen den Gang der Geschichte verändern können. Kopenhagen muss ein solcher Moment werden."

Die MEF-Teilnehmer trafen sich in London, um die finanziellen Aspekte eines globalen Klima-Abkommens in "informeller Atmosphäre" zu diskutieren. Browns Rede zielte darauf ab, den Druck auf die Industriegiganten China, Indien und USA zu verstärken, die für einen Löwenanteil des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich sind. Nach Einschätzung der britischen Regierung ist ein Durchbruch in Kopenhagen weiter möglich; allerdings will Brown erreichen, dass sich die Staatschefs persönlich in den Verhandlungen engagieren.

Ingenieure arbeiten an klimatischem "Gegenwandel"

Während der Premierminister versucht, andere Staatsmänner von der Notwendigkeit des Klimaschutzes zu überzeugen, arbeiten britische Geo-Ingenieure bereits an Projekten, die die Erderwärmung bremsen sollen – an einem klimatischen "Gegenwandel".

Eine der Ideen des Teams von Brian Launder, einem Klimaforscher an der Uni Manchester, ist etwa, in 30 Kilometer Höhe Vulkanausbrüche zu simulieren. Dazu würden die Forscher von Ballons Schwefelpartikel in der Atmosphäre ausstreuen, die Sonnenlicht reflektieren. "Seit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen, der die mittlere Temperatur auf der Erde zeitweise um 0,5 Grad sinken ließ, wissen wir, dass die ,vulkanische Kühlung' funktioniert", erklärt Launder.

Kern der anderen, nicht weniger fantastisch klingenden Strategie von Launders Leuten ist die Idee, 1500 computergesteuerte, unbemannte "Wolkenschiffe" über die Ozeane fahren zu lassen, die Meerwasser einsaugen und es in die Atmosphäre blasen, um Wolken zu erzeugen. "Denken Sie an einen Haufen von Glasmurmeln, der viel Licht abstrahlt. Einen ähnlichen Effekt erreicht man mit mikroskopischen Partikeln in der Luft, um die herum Wasser kondensiert", erklärt Launder. "Wir würden diese tief hängenden, hellen Wolken nicht überall, sondern entlang der westlichen Küste Amerikas und Afrikas ,aufhängen', wo sie besonders nützlich wären. Außerdem könnte man die Technologie im Nordatlantik nutzen, um die Aufwärmung des Golfstroms zu verhindern."

Steigender Meeresspiegel beschleunigt Küsten-Erosion

Großbritannien macht also Druck bei den globalen Klima-Gesprächen, sowohl politisch als auch wissenschaftlich. Das geschieht nicht zuletzt im eigenen Interesse, weil der steigende Meeresspiegel die natürliche Erosion der britischen Küste beschleunigt. Um seine Landsleute für die Gefahr zu sensibilisieren, schickte Premier Brown zuletzt sogar zwei Kabinettsmitglieder nach Bangladesch, von wo aus sie in einem Video-Blog die Konsequenzen der Erderwärmung erklärten.

Großbritannien hat sich im Sommer dazu verpflichtet, binnen elf Jahren seinen Ausstoß an Treibhausgasen um 34 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Allerdings bezweifeln manche Experten, dass dieses Ziel realistisch ist. Vor einer Woche kritisierte ein Parlamentsausschuss in London, dass die Emissionen derzeit jährlich nur um 0,5 Prozent fielen – viel langsamer als notwendig. Die Parlamentarier empfahlen der Regierung, den Umstieg auf Elektroautos und die Wärmedämmung in den Privathäusern stärker zu fördern. Nach einem Bericht des "Guardian" erwägt Brown, den Bau neuer, CO2-armer Atomreaktoren durch eine Energie-Sondersteuer zu finanzieren.

Eines der größten Probleme für Brown ist dabei, dass die britische Bevölkerung dem Klimawandel relativ wenig Bedeutung beimisst. Laut neuen Umfragen halten vier von zehn Briten das Problem für eine Erfindung der Forscher.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Eine seltsame Galaxie

Neues aus dem Weltraum

Eine seltsame Galaxie

Ein neues Bild der Europäischen Südsternwarte zeigt die seltsame Galaxie Centaurus A. mehr 

Der "Drache" ist gefangen

Privattransporter erreicht ISS

Der "Drache" ist gefangen

Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat ein privater Raumtransporter die Internationale Raumstation erreicht. mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Neues aus dem Weltraum

Eine seltsame Galaxie

Privattransporter erreicht ISS

Der "Drache" ist gefangen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Anzeige

Peek und Cloppenburg KG

Eine Rallye der besonderen Art

Advertorial Peek & Cloppenburg

Peek und Cloppenburg veranstaltet am 14. Juni die P&C Azubi Rallye. Im Team bewältigen Sie knifflige Aufgaben, beweisen sich beim Speeddressing und haben somit die Chance auf tolle Preise. mehr 

Top-Services