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Eine Frage des Stils
Besser nicht "MfG"

RP-Leser Paul F. (Krefeld): "Wie lautet die perfekte Abschiedsformel in Briefen und Mails?"

Es gab eine Zeit, in der ein flottes "MfG" unter Briefen oder Mails als nett galt, als ein klein bisschen frech und weniger verquast als die sehr klassische Langform "Mit freundlichen Grüßen". Diese Zeiten sind, und dafür kann man nicht dankbar genug sein, vorbei. Denn es ist doch so: Wer MfG unter seine Korrespondenz schreibt, LG (Liebe Grüße) oder vielleicht sogar VG (Viele Grüße), zeigt damit im Grunde eins: dass er sich keine Mühe macht mit dem, den er da anschreibt. Aber wie beendet man denn nun Briefe und Mails so, dass es persönlich passend und angemessen ist? Unser Leser schreibt gern "Frohe Grüße" unter seine Briefe - eine ungewohnte, aber durchaus hübsche Variante, vor allem, wenn der Leser im Moment des Schreibens wirklich froh ist.

Die Art und Weise, wie man Briefe oder Mails passend unterschreibt, sollte etwas ausdrücken: über den Schreiber, die Beziehung zwischen ihm und seinem Adressaten und auch über den Zweck der Nachricht. "Liebe Grüße" sollte es zwischen Menschen geben, die sich mögen, die sich vielleicht sogar ein bisschen vertrauen. Dann kann das auch zwischen Chef und Angestelltem in Ordnung sein. "Herzliche Grüße" ist die förmlichere, kleine Schwester der lieben Grüße, "Viele Grüße" sind etwas nüchterner. Heißt: Wie auch immer man aus einem Brief oder einer Mail rausgeht, es sollte stimmig sein. So erstaunt, wie der höchste Vorgesetzte wäre, wenn er "Liebste Grüße" unter einem Schriftstück läse, so verstört wäre die Patentante, bekäme sie ein "Mit freundlichen Grüßen". Starre Regeln darüber, wie Briefe zu beenden sind, sind im Grunde so unnötig wie unmöglich: Der Schreiber muss sich eigentlich nur ein bisschen Mühe machen. Drei, vier Gedanken daran verschwenden, wer die Post bekommt, weswegen man schreibt und wie man zueinander steht. Und dann ist "MfG" hoffentlich ausgeschlossen.

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Quelle: RP
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