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Düsseldorf
NRW-Stiftungen benennen einen Saal nach Johannes Rau

Düsseldorf. Wirklich verwundern darf es nicht, dass der schicke und zudem frisch renovierte Saal im Haus der NRW seit gestern den Namen von Johannes Rau (1931-2006) trägt. Vielmehr darf man sich fragen, warum nicht schon viel früher irgendetwas im ehemaligen Ulanen-Offizierskasino zu Düsseldorf an den früheren NRW-Ministerpräsidenten erinnert. Denn es war maßgeblich Landesvater Rau, der beiden Einrichtungen unter einem Dach 1986 ins Leben verhalf: der NRW-Stiftung für die Heimat- und Kulturpflege sowie der Kunststiftung NRW. Von Lothar Schröder

Das alles klingt schrecklich bürokratisch. Dagegen hilft ein kurzer Blick in die Bilanzen. Während die NRW-Stiftung 2600 Projekte mit insgesamt 255 Millionen Euro förderte, unterstützte die Kunststiftung fast 7000 Projekte mit rund 202 Millionen Euro. Vieles von dem, was wir in den zurückliegenden Jahren erleben und genießen konnten, wäre ohne die eher stille Hilfe beider Stiftungen gar nicht erlebbar gewesen. Die Kontinuität der Förderungen ist allerdings der gemeinen Spielleidenschaft zu verdanken. So finanziert sich die Förderung aus Lotterieerträgen von Westlotto.

Kunststiftung-Präsident Fritz Behrens nannte bei der gestrigen Feierstunde die Gründungszeit als die goldenen Jahre der Kulturpolitik. Und Rau nutzte sie zur Stärkung des Landesbewusstseins. Eine große Kulturvision - und mancher Förderer und Mitstreiter von damals blickte gern zurück, unter ihnen auch die Rau-Witwe Christina. Die heutigen Zeiten sind andere, und sie sind schwieriger. Mögen darum auch Flüchtlinge die Arbeit der Stiftungen für sich entdecken, hoffte die Kulturministerin des Landes, Christina Kampmann. Klassische Musik gab's auch - vom berühmten Minguet-Quartett. Ihre Instrumente hatte seinerzeit die Kunststiftung angeschafft - für 500.000 Euro.

Quelle: RP
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