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Berlin / Düsseldorf
Volksbühne zeigt den Fall Achenbach

Berlin / Düsseldorf. Die Web-Serie des Berliner Theaters soll den Titel "Rheingold" tragen

Die Berliner Volksbühne bringt Aufstieg und Fall des wegen Millionenbetrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach als ironische Web-Theaterserie heraus. Gedreht werde die mehrteilige Geschichte "über die Sehnsüchte eines Hochstaplers" in der Volksbühne, heißt es in der Ankündigung auf der Website des Theaters. Das "zeitgenössische Sittenspiel" mit dem Titel "Rheingold" soll demnach ab Februar auf der neuen digitalen Volksbühnen-Plattform "Fullscreen" zu sehen sein. Unterstützt wird die Auftragsarbeit von der in Düsseldorf ansässigen Julia Stoschek Collection.

Nach Auskunft der Volksbühne soll die Web-Serie eine Art augenzwinkernde, im leichten Ton gehaltene Gesellschaftssatire sein. Das eigentliche Thema wird "die Rolle der Kunst im neoliberalen Wandel sein sowie der Verlust der politischen Werte einer ganzen Generation". Gedreht in der Volksbühne. Die Bühnenbilder sollen die Unwirklichkeit "dieses wahren Märchens" noch überhöhen. Und über allem soll, so das Berliner Theater, schließlich die große Frage stehen: "Wie wurde aus dem Beuys-Diktum - Jeder Mensch ist ein Künstler - die Ich-AG.

Der ebenfalls aus Düsseldorf stammende Regisseur und Drehbuchautor Jan Bonny ("Tatort") und der Künstler Alex Wissel hatten zehn filmische Skizzen von "Rheingold" bereits mit bekannten Schauspielern wie Matthias Brandt, Bibiana Beglau und Joachim Król gedreht und vergangenes Jahr im Rahmen des Filmfestes München präsentiert. Der 65-jährige Helge Achenbach (65) war im März 2015 wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Inzwischen arbeitet er im offenen Vollzug als Flüchtlingshelfer.

Die Berliner Volksbühne wird seit kurzem von dem belgischen Kunstexperten Chris Dercon (59) geleitet, der zuletzt Direktor der Tate Modern in London war. In der Theaterszene schlägt dem Nachfolger von Frank Castorf große Skepsis entgegen.

(RP/dpa)
 
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