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Der richtige Zeitpunkt spart viel Geld
Wann Verschleißteile am Auto gewartet werden sollten

So teuer sind typische TÜV-Mängel
So teuer sind typische TÜV-Mängel FOTO: tüv
Düsseldorf. Autofahrer riskieren teure Reparaturen durch Folgeschäden, wenn sie ihr Auto nicht regelmäßig warten. Die Erneuerungs- und Wechselintervalle von Verschleißteilen und Betriebsflüssigkeiten sind unterschiedlich und hängen von der Fahrweise ab. Wer gerne schnell fährt, der muss auch öfter zur Wartung. Von Stefan Weißenborn

"Ordentlich Gummi geben" oder "die Karre richtig treten" - wer nach so einem Motto Auto fährt, hat bald abgefahrene Reifen, schlechtes Öl und einen verschlissenen Motor. In modernen Autos berechnet die Bordelektronik, wann der nächste Ölwechsel fällig wird. Den Verschleiß anderer Teile, etwa der Reifen, können Halter selbst erkennen. Über weitere Wartungs- und Wechselintervalle informiert das Bordbuch oder der Aufkleber im Türholm zur nächsten Inspektion. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geben einen Überblick über die Haltbarkeit der gängigsten Verschleißteile im Auto:

Öl - Schmierstoff für den Motor: Motoröl muss regelmäßig erneuert werden, denn mit der Zeit lässt seine Viskosität nach und damit die Schmierfähigkeit. Seit es Hochleistungsöle gibt und der Abrieb in Motoren geringer geworden ist, sind die Wechselintervalle deutlich länger geworden. Empfahl der Kfz-Meister den Ölwechsel früher noch sehr häufig, muss das Motoröl heute oft erst nach 30.000, manchmal sogar erst nach 50.000 Kilometern erneuert werden, so der ZDK. Maßgeblich sind die Empfehlungen der Hersteller.

Allerdings hängt der Verschleiß auch von den Betriebsbedingungen ab: Bei vielen Kurzstreckenfahrten erreicht der Motor nur selten seine Betriebstemperatur. Dann sollte das Öl früher gewechselt werden. Mittlerweile überwachen oft Sensoren die Qualität des Schmierstoffs. Aufgrund der Messdaten berechnet ein Steuergerät individuelle Wechselintervalle, die im Cockpit angezeigt werden.

Bremsbeläge - Individuelle Abnutzung: Stark von der Fahrweise hängt auch die Abnutzung der Bremsbeläge ab. Wer oft in die Eisen steigt, muss die Beläge laut GTÜ unter Umständen bereits nach wenigen 10.000 Kilometern wechseln. Manchmal halten sie aber auch 100.000 Kilometer. Klarheit über den Zustand verschafft eine Sichtprüfung in der Kfz-Fachwerkstatt. Diese sollte dem ZDK zufolge einmal jährlich und unabhängig von der Inspektion erfolgen. Markierungen in den Bremsbelägen zeigen an, wann die Verschleißgrenze erreicht ist. Manche Autos teilen dem Fahrer über eine Warnleuchte mit, dass der Wechsel ansteht.

Bremsflüssigkeit - Sie kann verwässern: Allgemein empfehlen Hersteller, die Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre zu wechseln. Der Grund: Sie ist hydrophil und zieht mit der Zeit Wasser aus der Umgebungsluft an. Weil Bremsen im Betrieb sehr heiß werden, verdampft dieses Wasser. Das kann die Bremswirkung stark beeinträchtigen, da sich Wasserdampf anders als die Bremsflüssigkeit komprimieren lässt. Dadurch wird beim Bremsen weniger Kraft aufgebaut, die auf die Bremsbeläge wirkt. Als Qualitäts-Check bieten Werkstätten Siedepunktmessungen für die Bremsflüssigkeit an.

Reifen - Mit der Zeit werden sie porös: Für das Ausrangieren der Reifen gibt es keine Zeitvorgaben. Experten von VDA und ZDK empfehlen allerdings, die Pneus nach rund sechs, spätestens aber nach zehn Jahren zu erneuern, da die Gummimischung mit der Zeit aushärtet und porös wird. Auskunft über den Herstellungszeitraum geben die letzten vier Ziffern der "DOT"-Nummer an der Reifenflanke - "1112" etwa entspricht der 11. Woche des Jahres 2012. Unabhängig vom Alter müssen die Reifen runter, sobald die Profiltiefe geringer ist als die gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 Millimeter.

Autobatterie - Energiespender mit Altersschwäche: Der Stromspeicher hält kein Autoleben lang. Nach vier bis fünf Jahren sollte eine neue Batterie her, um dem Komplettausfall zuvorzukommen. Früher wurden Autobatterien nur zum Starten des Motors genutzt, heute müssen sie Geräte wie Klimaanlage, Sitzheizung oder Infotainment-System versorgen. Das Alter einer Batterie kann am aufgedruckten "Frischedatum" abgelesen werden.

Zahnriemen - Er kann reißen: Der Zahnriemen überträgt die Kraft von Kurbel- auf Nockenwelle und ist grundsätzlich sehr haltbar. Aber er ist einer großen Beanspruchung ausgesetzt. Reißt er, droht ein kapitaler Motorschaden. Um dem vorzubeugen, empfehlen Hersteller den rechtzeitigen Austausch - manchmal nach 100.000, manchmal erst nach 180.000 Kilometern. Vorgaben sollten unbedingt eingehalten werden.

Luftfilter - Er setzt sich langsam zu: Ein Luftfilter soll den Motor des Autos vor Verunreinigungen in der angesaugten Luft schützen. In der Regel befindet er sich in einem Gehäuse und besteht aus einem papierähnlichen Fasergewebe in Lamellenform. Ist der Filter durch Schmutzpartikel oder Schwebstoffe zu stark verunreinigt, wird er im Rahmen der Inspektionsintervalle gewechselt. Wird zu lange mit einem verschmutzten Luftfilter gefahren, kann sich das Abgasverhalten des Motors verschlechtern und sein Verschleiß erhöhen. Dann steigt auch der Spritverbrauch, warnt die GTÜ.

Innenraumfilter - Pollen müssen draußen bleiben: Reine Kabinenluft mögen vor allem Heuschnupfenpatienten. Intakte Filter halten den Fahrgastraum nahezu frei von Pollen. Und im Winter beugen Innenraumfilter durch gute Luftzirkulation dem Beschlagen der Scheiben vor. Je nach Hersteller und Filtertyp empfiehlt der ZDK einen Wechsel zwischen 15.000 und 40.000 Kilometern, mindestens aber im Jahrestakt.

(dpa/anch)
 
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