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Tacho-Manipulationen sind kaum zu erkennen

Die Tricks der Betrüger werden ausgefeilter. Doch es gibt Indikatoren, die Autofahrern helfen können.

Ein schöner Gebrauchter: wenige Jahre alt und mit überschaubarer Laufleistung. Da freut sich der Autokäufer. Doch bei allem Enthusiasmus schwingt gerade bei solchen Angeboten auch immer die Frage mit: Entspricht der Tachostand der Wahrheit?

Die Manipulationsmethoden sind ausgebuffter geworden. "Häufig wird der Tacho nicht einfach um 100.000 Kilometer zurückgedreht", erklärt Markus Steinhausen, der beim Automobil-Club Verkehr (ACV) Referent zu diesem Thema ist. "Stattdessen wird in kleineren Sprüngen, dafür aber öfter manipuliert." Mit Tachofiltern lässt sich sogar während der Fahrt der Kilometerzähler ausstellen. Gerade bei jungen Gebrauchten und im Premium-Bereich sei der Schwindel lukrativ, sagt Steinhausen. Dort ist die Wertsteigerung bei weniger Laufleistung am größten.

Erkennen können Verbraucher den Schwindel kaum. Mitunter wird geraten, den Innenraum genau in den Blick zu nehmen. Sind die Sitze und das Lenkrad-Gummi abgenutzt, scheint ein geringer Kilometerstand eher unwahrscheinlich. Zuverlässig ist das aber nicht: Die Materialien kann man austauschen, sagt Steinhausen. Junge Gebrauchte haben zudem trotz vieler gefahrener Kilometer nicht zwangsläufig diese Art von Verschleißspuren, fügt er an.

Bei Misstrauen können Sachverständige in den Werkstätten den eigentlichen Kilometerstand mitunter auslesen. Manche Autoclubs und Prüforganisationen wie der TÜV bieten Gebrauchtwagenchecks, die eine genauere Einschätzung des tatsächlichen Auto-zustands liefern.

Ein guter Hinweis ist auch eine lückenlos nachweisbare Fahrzeug-Historie. "Wenn der Verkäufer Rechnungen und Belege von selbst vorlegt, ist das ein Zeichen für Ehrlichkeit", sagt Steinhausen.

(tmn)
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