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Fallen bei der Jobsuche
Im Bewerbungsschreiben nicht zu persönlich werden

Zehn Kardinalfehler im Bewerbungsschreiben
Zehn Kardinalfehler im Bewerbungsschreiben FOTO: tmn
Hamburg (RPO). Wer einen Job sucht, sollte sein Bewerbungsschreiben nicht zu persönlich gestalten. Gerade Frauen sollten sich in Hinblick auf ihren Familienstand bedeckt halten, raten Experten. 

"Ich rate davon ab, den Familienstand überhaupt zu erwähnen", empfiehlt Svenja Hofert, die in Hamburg als Karrierecoach arbeitet. "Der Arbeitgeber darf das nicht verlangen. Und es ist zumindest in größeren Unternehmen auch nicht üblich, danach zu fragen", sagte Hofert im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Gerade Frauen sollten sich an dieser Stelle bedeckt halten. Die Hoffnung darauf, dass der Hinweis, noch ledig zu sein, Flexibilität signalisiere, sei eine "Milchmädchenrechnung", sagte die Expertin.

Die Angabe "Familienstand: geschieden" sei möglicherweise sogar kontraproduktiv, weil sie als Hinweis auf ein persönliches Scheitern gedeutet werden kann. Bewerbungstechnisch am verfänglichsten sei allerdings der Hinweis, als junge Frau zwar bereits verheiratet zu sein, aber noch keine Kinder zu haben. Das könnten Personalchefs so deuten, dass mit baldigem Nachwuchs zu rechnen sei. Arbeitgeber, die nur sehen, dass die künftige Mitarbeiterin in Elternzeit gehen könnte, sortierten solche Bewerberinnen womöglich aus, sagte Hofert.

Bewerberinnen sollten am besten auch nicht angeben, wenn sie Mutter sind: "Ich würde Kinder nur erwähnen, wenn das Einfluss auf die Arbeit haben könnte." Taucht in den Unterlagen kein Hinweis auf Nachwuchs auf, darf es aber nach der Einstellung auch tatsächlich keine Probleme geben - etwa, weil die Mutter regelmäßig früher als die Kollegen gehen möchte, um ihr Kind aus der Kita abzuholen.

Aber auch in diesem Fall rät Hofert, Kinder zumindest im Bewerbungsschreiben unerwähnt zu lassen. Sonst verschlechterten sich die Chancen auf die Stelle häufig. Besser sei es, den Nachwuchs erst im Vorstellungsgespräch zum Thema zu machen, falls einem das sinnvoll und nötig erscheint.

Ein heikles Thema ist oft das Bewerbungsfoto. "Es gibt Personaler, die sagen 'Das brauche ich gar nicht'", erläuterte Hofert. "Aber viele andere wollen eins sehen." Eigentlich sei das Foto überflüssig. "In anderen Ländern sind Bewerbungen ohne Foto längst üblich." Aus Sicht der Karriereberaterin hat das auch Vorteile: Fotos verleiteten zu Kurzschluss-Entscheidungen nur aufgrund des ersten Eindrucks.

Andererseits sei es auch ein Risiko, das Foto einfach wegzulassen. Das gilt nach Hoferts Erfahrung vor allem für Branchen und Berufe mit viel Kundenkontakt. Wer da aufs Foto verzichtet, müsse damit rechnen, gegenüber anderen Bewerbern schlechtere Karten zu haben. In jedem Fall sollte das Bewerbungsfoto möglichst neutral und gerade nicht persönlich sein: "Auch ein neutraler Hintergrund empfiehlt sich", sagte Hofert. "Man lässt sich nicht im Garten fotografieren - es sei denn, man bewirbt sich als Gärtner."

(tmn/mais)
 
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