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Betrug mit Lebensmitteln in Dänemark
Oregano besteht zur Hälfte aus Laub

Oregano besteht zur Hälfte aus Laub
Getrocknete Kräuter sind fester Bestandteil fast jeder Küche (Symbolbild). FOTO: Shutterstock
Düsseldorf . Wie gut ist die Qualität von Küchenkräutern? Das wollte die Verbraucherschutzorganisation Taenk prüfen und schickte Oregano-Produkte ins Labor ein - mit erschreckendem Ergebnis. 

Vor allem aus der italienischen Küche ist Oregano nicht wegzudenken. Er gehört auf Pizza, in Lasagne und auf Pasta, aber auch in viele Bratengerichte. Weil nicht jeder ein Kräuterbeet auf der Fensterbank hat, greifen die meisten Konsumenten zu Trockenkräutern. Das ist in Deutschland so, aber auch in vielen anderen Ländern, zum Beispiel in Dänemark. 

Um herauszufinden wie gut die Qualität von Trockenkräutern ist, ließ die dänische Verbraucherschutzorganisatzion Taenk verschiedene Oreganoprodukte im Labor überprüfen. Denn die Lebensmittelchemiker stießen bei vier von zehn Produkten auf Inhaltsstoffe, die zwar in den Garten gehören, nicht jedoch in das Regal mit getrockneten Gartenkräutern.

Bei vier von zehn Produkten fanden die Tester Laub von Olivenbäumen, Myrte und Zistrosen, das berichtet die Osnabrücker Zeitung. In einigen Fällen waren diese Blätter sogar der Hauptbestandteil des Inhalts. Auf der Verpackung angegeben werden sie allerdings nicht. Dies sei kein Zufall, sondern organisierter Betrug, sagt Camilla Udsen von der Organisation Tænk demnach. Zistrosenblätter sind geschmacklos und dienen laut den Verbraucherschützern einzig und allein dazu, den Produktionspreis flach zu halten.

Betroffen waren Produkte der Marken Änglamark, Roberto Krydderier und Kilic. Hier lagen die Oregano-Anteile bei 50 bis 70 Prozent. Der Rest bestand aus Füllmasse von Bäumen und Sträuchern. Die Produkte werden teilweise auch in deutschen Grenzgebieten verkauft. Verschiedene Supermärkte haben nun reagiert. Coop hat das Produkt von Änglamark bereits aus den Regalen genommen. 

Küchenkräuter in Deutschland ebenfalls belastet

Auch in Deutschland kam es vergangenes Jahr zu Aufruhr rund um das Thema Küchenkräuter. Damals veröffentliche das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen Bericht, der zeigte, dass die gesetzlich geltenden Grenzwerte für giftige Pflanzenschutzmittel von neun Prozent der Rosmarin-Proben überschritten wurden. Gleiches galt für 7,6 Prozent der Dill- und 6,5 Prozent der Oregano-Proben.

In mehr als 90 Prozent der Fälle ließen sich außerdem auch Aluminiumrückstände nachweisen, bei mehr als der Hälfte der Fälle lagen diese über dem typischen Maß. Weil Kräuter üblicherweise nur in geringen Mengen gegessen würden, stellten die Pflanzenschutzmittelreste und der relativ hohe Aluminiumgehalt allerdings kein unmittelbares Risiko dar, so das BVL in dem Bericht. 

(ham)
 
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