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Untergrund entscheidet über Haltbarkeit der Fliesen
Vorbereitungen bevor es losgeht

Früher war nicht alles besser. Wollte man Bad oder Küche neu fliesen, musste man ein großangelegtes Mörteldickbett auf dem Untergrund verteilen – die Klebstoffe zur damaligen Zeit boten nicht genügend Haftung für Fliesen. Heute arbeitet der Heimwerker von Welt nicht mehr mit dickflüssiger Graumasse in rauen Mengen, sondern bedient sich eines praktischen Dünnbrettklebers.

Die Vorteile dabei: Die Fliesen kleben besser und Trägermasse, die zwischen den Fugen hervorquillt, gehört dem Gestern an. Neben den verbesserten Hilfsmitteln und Werksmaterialien ist natürlich auch beim Fliesenlegen eine sorgfältige Vorbereitung von Vorteil.

Stellen Sie zunächst sicher, dass Boden und Wand eben, sauber und fest sind. Außerdem sollten Sie sich vergewissern, dass die mit Estrich bestrichenen Wände und Böden nicht zu saugfähig sind, da ansonsten der Kleber trocknen würde, bevor er ausgehärtet ist. Damit der Untergrund eine gleichmäßige Saugfähigkeit zeigt, wird der Boden mit Tiefengrund behandelt. Sollten sich Löcher und Risse im Boden befinden, gleichen Sie diese mit Schnellzement aus.

Beachten Sie bei einem neuen Haus, dass das Schwinden des Betons – also der Rückgang des Materialvolumens – erst abgeschlossen sein sollte, bevor man ihn mit Fliesen versieht. Dies ist in aller Regel nach sechs Monaten der Fall. Besteht der Untergrund in den zu fliesenden Räumlichkeiten aus Holzspanplatten, müssen sie eine Grundierung auftragen, am besten aus Estrich. Es ist auch möglich Fliesen auf Fliesen zu kleben, dazu wird ein spezieller Dispersionskleber benutzt, oder Fliesen auf Dielenboden anzubringen.

Für den Fall, dass Sie nur eine begrenzte Fläche fliesen wollen, zeichnen Sie zuerst Begrenzungslinien ein. Bedenken Sie, dass Sie bei der Gesamtfläche ein Vielfaches einer einzelnen Fliese inklusive Fugenbreite kalkulieren sollten, weil Sie dann ausnahmslos mit ganzen Fliesen arbeiten können, was deutlich besser aussieht.

Beachten Sie außerdem beim Anrühren des Klebstoffs, dass sie die Wasser- und die Klebstoffpulvermenge im richtigen Verhältnis, also wie in der Gebrauchsanweisung verzeichnet, mischen. Ein beliebter Anfängerfehler ist es, das Wasser auf das bereits abgefüllte Pulver zu schütten. Dabei entstehen die vielzitierten Klümpchen. Füllen Sie deswegen zunächst die richtige Menge an Wasser in einen großen Behälter und streuen Sie erst dann das Pulver hinein. Die Klebstoffmischung, die Sie letztendlich auftragen werden, sollte "dick pastös" sein, was so viel bedeutet wie, dass die Klebstoffmasse beim Auftragen nicht verlaufen darf. Gut zum Rühren eignet sich eine Bohrmaschine mit Rührquirl.

 
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