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Viersen
Gutachter gibt schweren Fehler im Fall Luca zu

Viersen. Seit dem gewaltsamen Tod des fünfjährigen Luca aus Dülken ist für Armin Schmidt (Name geändert), Psychologe und zugelassener Sachverständiger mit 30 Jahren Berufserfahrung, die Welt eine andere. "Ich frage mich immer wieder: Was habe ich falsch gemacht? Was hätte ich merken können?" Dem Lebensgefährten von Lucas Mutter wird vorgeworfen, das Kind vor drei Wochen geschlagen und gewürgt zu haben, so dass es an den Folgen starb.

Der Gutachter war im April vom Amtsgericht Viersen beauftragt worden, die Erziehungsfähigkeit von Lucas Mutter zu beurteilen. "Ich habe mich mehrfach mit ihr und auch dem Lebensgefährten getroffen", schildert er. Zudem gab es Gespräche mit Kindergärtnern, mit Sozialarbeitern und der Familienhilfe. Auch mit Luca selbst habe er in unterschiedlichen Zusammenhängen viel Zeit verbracht: "Ich habe ihn sehr gemocht." Die Nachricht von Lucas Tod habe ihn vollkommen unvorbereitet getroffen. "Damit hätte ich nie gerechnet." Vom Lebensgefährten der Mutter sieht er sich getäuscht. Bereits seit 2013 wurde Lucas Familie vom Jugendamt betreut, weil es Verdacht auf Misshandlungen gab.

Inzwischen muss der Psychologe davon ausgehen, dass er die Beziehung von Lucas Mutter zu ihrem Partner und auch den Mann selbst "vollkommen falsch eingeschätzt" und dass er die Gefahr für das Kind nicht gesehen hat. Lucas Tod habe ihn aus der Bahn geworfen: "Ich beginne jeden Tag mit den Gedanken an Luca und trauere um ihn wie um einen nahestehenden Menschen."

Der Gutachter hofft, "irgendwann zu erfahren, was an Lucas Todestag wirklich passiert ist". Vernommen hat ihn die Polizei bisher nicht.

(busch-)
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