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Köln
Mann ergaunert 44.000 Euro mit nur einer Pfandflasche

Köln. Wer seine Pfandflaschen am Automaten zurückgibt, wird je nach Flaschenart mit acht, 15 oder 25 Cent entlohnt. Ein Mann aus Köln machte sich das System zunutze, indem er einen Pfandautomaten manipulierte - eine einzige Flasche brachte ihm so Tausende Euro ein.

Wie der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet, wurde der Betrugsfall vor dem Amtsgericht Köln verhandelt. Der Getränkehändler hatte erst vor Kurzem sein Geschäft in Deutschland eröffnet. Nach den ersten wenig erfolgreichen Monaten hatte er damit begonnen, sein Geld auf illegale Weise zu verdienen.

Rund 5000 Euro soll der Geschäftsmann in die illegale Technik investiert haben. Nach Feststellung des Gerichts hatte der Mann im Keller, damit ihn niemand entdeckt, einen Pfandrückgabeautomaten mit Hilfe eines Holztunnels und eines Magnetsensors so umgebaut, dass Flaschen zwar gescannt, aber nicht geschreddert wurden. So konnte er dieselbe Flasche immer wieder neu einstecken und das Pfand einlesen lassen - insgesamt schätzungsweise fast 180.000 Mal.

Der Deutschen Pfandsystem GmbH, die den Pfandausgleich inzwischen organisiert, war der Betrug den Berichten zufolge nicht aufgefallen. Erst ein anonymer Hinweis führte die Ermittler zu dem 37-Jährigen. Dieser war geständig - die Anwältin wies offenbar darauf hin, dass er die Masche nur kopiert habe. Der zuständige Richter empfand die Tat offenbar als eine "logistische Meisterleistung" - und gleichzeitig als eine extrem langweilige Tätigkeit. "Da haben Sie ja den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als den Automaten zu bedienen." Der Angeklagte erklärte, dass er sich die Zeit im Keller vor der Maschine mit Radiohören vertrieben habe. Er erhielt eine Freiheitsstrafe auf Bewährung.

(isw)
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