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Düsseldorf/Münster
Minister will die Esche retten

Düsseldorf/Münster. Der Zustand des Waldes in NRW hat sich wieder ein wenig verschlechtert. Von Detlev Hüwel

Dem Wald in NRW gehe es schlechter als noch vor Jahren; eine Besserung sei "nicht absehbar". Mit dieser düsteren Einschätzung stellte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) den 32. Waldzustandsbericht vor. Je nach Baumart fällt die Bilanz allerdings unterschiedlich aus. Bei den Buchen sei eine deutliche Verschlechterung festzustellen, so Lutz Falkenried vom Landesbetrieb Wald und Forst. Hier sei ein erheblicher Blattverlust bemerkbar, der auf die erneut starke Fruchtbildung zurückzuführen sei. Dies sei vermutlich eine Folge des Klimawandels. Auch bei den Fichten gehe die Ausdünnung der Spitzen weiter. Inzwischen seien 30 Prozent des Bestandes (Vorjahr 28 Prozent) betroffen. Bei den Eichen zeichne sich dafür eine Besserung ab, aber noch gebe es keinen Anlass zur Entwarnung.

"In kleinen Schritten" habe sich auch der Kiefernbestand erholt. Sorgen bereiteten den Förstern jedoch die Eschen, deren Triebe wegen eines Pilzbefalls absterben. Möglicherweise sind bis zu 90 Prozent befallen. In NRW werde die Anpflanzung von Eschen derzeit nicht forciert, sagte Falkenried und fügte hinzu: "Im Moment hat die Esche keine guten Chancen." Angesichts dieser Entwicklung will Remmel gegensteuern, um zu verhindern, "dass die Eschen aus unseren Wäldern endgültig verschwinden". Jetzt sollen gesunde Eschen ausfindig gemacht werden, um das gegen Befall resistente Saatgut zu sichern und dann in Samenplantagen mit der Zucht zu beginnen. Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs, riet dazu, stärker auf eine Durchmischung der Baumarten zu setzen. Hierbei böten sich die Douglasie und die Roteiche an.

Der Waldzustandsbericht wurde in NRW erstmals 1984 vorgelegt. Während damals 59 Prozent der Bäume ohne Schäden waren, sind es mittlerweile nur noch 28 Prozent. Für den Zustandsbericht werden 10.000 Bäume begutachtet. Mit einem Waldanteil von 27 Prozent an der Landesfläche liegt NRW unter dem Bundesschnitt von 32 Prozent.

Quelle: RP
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