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Prozess in Münster
Ehefrau erstochen und verstümmelt - Angeklagter schweigt

Münster. Ein Mann tötet seine Frau, weil sie ihm nicht gehorchen will. Zur Strafe zerschneidet er ihr auch noch das Gesicht. Jetzt droht ihm lebenslange Haft.

Das Gesicht der 46-jährigen Frau war kaum noch zu erkennen. Ihr Ehemann hatte es mit einem Messer völlig zerschnitten. Seit Freitag steht der 56-Jährige in Münster vor Gericht. Die Frau ist tot, die Anklage lautet auf Mord.

Am 25. Oktober 2016 soll der Angeklagte seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau vor deren Wohnung aufgelauert haben. Laut Anklage griff er sie zunächst mit Pfefferspray an und stach dann mehrfach auf sie ein - in Bauch, Brust und Kopf. Außerdem schnitt er der Mutter von drei Kindern unter anderem die Nase und die Lippen ab. Sie starb noch am Tatort. "Er wollte seine Ehefrau bewusst als Frau entstellen und auch für die Gesellschaft dokumentieren, dass sie ihm nicht gehorchte", heißt es in der Anklageschrift.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Ehefrau töten wollte, weil sie es abgelehnt habe, ihren bereits eingereichten Scheidungsantrag zurückzunehmen und ihm zurück in seine afghanische Heimat zu folgen. Das habe der 56-Jährige als Schmach empfunden. Der Angeklagte äußerte sich vor dem Schwurgericht Münster noch nicht zu den Vorwürfen. Nach Angaben seines Verteidigers geht ihm jedoch alles sehr nah.

(lsa/lnw)
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