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Kurioses Fleischprodukt
Wie schmeckt die Einhorn-Wurst?

Wie schmeckt Einhorn-Bratwurst - der RP-Geschmackstest
Düsseldorf. Einhorn-Hype jetzt auch an der Fleischtheke: Mit einer pinken Einhorn-Wurst macht der mecklenburgische Hersteller Puttkammer derzeit Furore. Wir haben sie getestet.  Von Marlen Keß und Clemens Boisserée

Die gute Nachricht lautet: Die Einhorn-Bratwurst ist eigentlich eine ganz normale Wurst, die vor allem - zu 78 Prozent nämlich - aus Schweinefleisch besteht. Außerdem schmeckt sie auch ziemlich normal - so lautet jedenfalls das Urteil unserer Redaktion. Ein bisschen nach Leberkäse vielleicht, aber ansonsten wie eine Bratwurst eben.

Einhorn-Wurst ist nichts für Kinder

Doch es gibt auch Negatives zu berichten. Zum einen sieht die Wurst nach dem Braten etwas pinker als sonstige Würste aus, noch verpackt hat sie eher eine blassrosa Farbe. Und zum anderen ist Detlef Holz, Küchenchef der RP-Kantine, nicht begeistert von den Inhaltsstoffen - darunter Geschmacksverstärker wie Glutamat und Hefeextrakt.

Das ist zwar an sich in der Fleischindustrie nichts Ungewöhnliches - besonders für Kinder aber nicht gesund. "Das Einhorn vorne drauf ist vor allem für Kinder attraktiv, dabei sind in der Wurst Stoffe verarbeitet, die schädlich sein können", sagt Holz. Dazu gehört auch der Stoff Karmin, der aus ausgepressten Blattläusen gewonnen wird. "Diese Stoffe gehörten lange zum Standard in der Lebensmittelindustrie, mittlerweile sind sie aber vielerorts verpönt". 

RP-Küchenchef Detlef Holz hat die für Kinder ungesunden Inhaltsstoffe auf der Verpackung markiert. FOTO: RPO

Wie der Hersteller auf die Einhorn-Wurst-Idee kam

Die Einhorn-Wurst stammt vom mecklenburgischen Fleischfabrikanten Puttkammer. Deren Juniorchef Marcel Puttkammer betonte gegenüber unserer Redaktion: "Das ist eine normale Schweinebratwurst, die Lebensmittelfarbe schmeckt man nicht". Die Idee zum kuriosen Fleischprodukt kam ihm indes im Supermarkt. "Da gab es alles nur noch mit Einhörnern, Schokolade, Saft, Kekse", sagte er unserer Redaktion. "Wieso also nicht mal eine Einhorn-Wurst?" 

Über Facebook verbreitete das Unternehmen das neue Produkt und landete damit einen viralen Hit. Über 500 Mal (Stand 11.5.) wurde die Einhorn-Wurst bislang geteilt, auf die ersten begeisternden Kommentare folgte zuletzt aber  auch Kritik und ein kleiner Shitstorm. "Keinen Respekt für Lebensmittel und Ethik", beklagte ein Nutzer. Andere wiederum verteidigen die Idee, den Einhorn-Trend mit einer Bratwurst auf die Grillzange zu nehmen: "Mir gehen die Einhörner langsam auf den Senkel, es wurde Zeit das die endlich mal in die Wurst kommen", kommentierte ein User.

Posted by Puttkammer Fleischwaren Spezialitäten GmbH on Mittwoch, 3. Mai 2017

Wo es die Einhorn-Wurst in NRW gibt

In Nordrhein-Westfalen ist die pinke Wurst für Grillfreunde bislang allerdings nur schwer zu finden. Einzig kleinere Edeka-Filialen und die Discounter der Sonderposten-Kette "Jawoll" in Mülheim, Dortmund oder Neuss führen das "Einhornfleisch" bislang - zum gar nicht mal so günstigen Preis von 3,49 Euro für vier Würstchen. Laut Marcel Puttkammer sollen die pinken Würstchen bald auch in anderen Läden zu finden sein: "Wir verhandeln mit mehreren Großmärkten." 

Seit drei Wochen hat der Familienbetrieb die Wurst im Angebot - und ist von ihrem Erfolg selbst überrascht. "Klar wollten wir auf den Trend aufspringen", sagt der Juniorchef, "aber dass die ersten Märkte schon tonnenweise Einhorn-Wurst einkaufen, überrascht uns." 

Eigentlich ist der Betrieb mit 80 Mitarbeitern ein Aspik-Spezialist. Ein Sülzen-Einhorn ist aber bislang nicht in Planung - "noch nicht", lacht Puttkammer. 

 
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