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Tote 17-Jährige aus Herne
Polizei hat erst wenige Hinweise zum Fall Paula Maaßen

Herne: Polizei hat erst wenige Hinweise zum Fall Paula Maaßen (17)
Die Polizei versucht derzeit, Paula Maaßens letzte Stunden zu rekonstruieren. FOTO: Polizei Bochum
Herne/Bochum. Der Fall Paula Maaßen stellt die Bochumer Polizei weiter vor Rätsel. "Wir haben noch nicht so viele Hinweise, wie wir uns wünschen", sagte ein Sprecher. Am Montag will die Polizei noch einmal die Umgebung des Fundorts der Leiche untersuchen.

Paula Maaßen hatte am 7. April abends mit etwa elf oder zwölf Personen ihren Geburtstag in der Wohnung ihrer Eltern in Recklinghausen nachgefeiert, bevor sie gegen 0.30 Uhr plötzlich verschwand. Ein Streit mit ihrer Mutter war der Auslöser für Paulas plötzliches Abtauchen, sagte ein Sprecher der Bochumer Polizei unserer Redaktion. Wohin die 17-Jährige danach ging, ist allerdings nach wie vor unklar.

Gegen 5.25 Uhr am Morgen des 9. April wurde das Mädchen leblos auf den Bahngleisen an der Holsterhauser Straße 214 in Herne gefunden. "Wir versuchen derzeit noch zu rekonstruieren, wo sich das Mädchen in der Zwischenzeit aufgehalten hat", sagte Polizeisprecher Frank Lemanis am Freitag. "Das gestaltet sich allerdings relativ schwierig. Bei uns sind noch nicht so viele Hinweise eingegangen, wie wir es uns wünschen würden." 

Die Obduktion des Leichnams wurde indes größtenteils abgeschlossen. Laut Polizei habe Paula Alkohol im Blut gehabt, sei aber nicht volltrunken gewesen. Auch Drogen habe das Mädchen keine konsumiert. Aktuell liefen noch sogenannte feingewebliche Untersuchungen.

Suchaktion am Montag

Das Foto zeigt das Mädchen auf ihrer Geburtstagsparty kurz vor ihrem Verschwinden. FOTO: Polizei Bochum

Am Montag wollen die Beamten deshalb auch noch einmal eine großangelegte Suchaktion in der Nähe des Fundorts der Leiche durchführen. "Wir hoffen noch auf weitere Erkenntnisse", sagte Lemanis.

Eltern und Gäste der Feier hatten laut Polizei bereits am Abend seines Verschwindens nach dem Mädchen gesucht, jedoch ohne Erfolg. In unmittelbarer Umgebung des Wohnhauses wurde das Handy der 17-Jährigen gefunden. Ob sie das Telefon selbst weggeschmissen hat, ob sie es verloren hat oder es ihr abgenommen wurde, ist völlig unklar. Auch die Polizei wurde noch am selben Abend eingeschaltet worden, doch auch sie hatte die Jugendliche nicht finden können. 

Polizei setzt weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung

Die Verletzungen am Körper der 17-Jährigen deuten laut Polizei darauf hin, dass das Mädchen von einem Zug erfasst wurde. Die Auffindesituation auf den Bahngleisen lasse an einen Suizid denken, doch aus Gesprächen mit Angehörigen und dem Umfeld der Schülerin hätten sich keine Hinweise auf eine Suizidgefahr ergeben.

Für weitere Erkenntnisse setzen die Beamten weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Schülerin wird als etwa 1,60 Meter groß und 63 Kilo schwer beschrieben. Sie hatte rotbraune, kurze Haare und trug bei ihrem Verschwinden ein graues Langarmshirt, eine schwarze Jeanshose und türkisfarbene Turnschuhe. 

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Bochum unter den Telefonnummern 0234 / 909-4121 oder -4441 entgegen.

(th)
 
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