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Untersuchung in NRW
Massenweise Datenmissbrauch bei Wohnungssuche

Untersuchung in NRW: Massenweise Datenmissbrauch bei Wohnungssuche
Um an einen Mietvertrag zu kommen, beantworten viele Wohnungssuchende auch unangemessene Fragen der Vermieter (Symbolbild). FOTO: dpa
Düsseldorf. Bei der Wohnungsuche werden potenzielle Mieter nach Angaben der NRW-Datenschutzbeauftragten massenweise aufgefordert, geschützte und sensible Daten preiszugeben. Der Deutsche Mieterbund forderte bundesweite Konsequenzen.

Bei allen 40 geprüften Maklern und Wohnungsverwaltungen habe es Beanstandungen gegeben, in etwa jedem dritten Fall sogar "auffällig viele", kritisierte die Datenschutzbeauftragte Helga Block in Düsseldorf nach einer Untersuchung ihres Hauses in der Immobilienbranche.

Der Deutsche Mieterbund forderte bundesweite Konsequenzen. "Die Angebote von Maklern, Verwaltern und Vermietern, insbesondere auch der Online-Portale, müssen kontrolliert werden", sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten am Montag.

Nach Angaben Blocks werden unter anderem Personalausweise kopiert, es wird nach früheren Wohnsitzen gefragt und nach einer Vorlage der Schufa, die für Kredite relevante Informationen sammelt. Auch bei Fragen zum Beruf und zum Familienstand sei deutlich weniger erlaubt als erfragt werde. Allerdings fühlten sich Mieter vor allem in Ballungsgebieten wegen der angespannten Wohnraumsituation genötigt, Informationen preiszugeben, die teilweise weit über das erforderliche Maß hinausgingen.

Mit der Prüfung sollte die Wohnungswirtschaft für den Datenschutz sensibilisiert werden. Untersucht wurden Immobilienmakler und Wohnungsverwaltungsgesellschaften.

 

(dpa)
 
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