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Vandalismus
In NRW brennen immer mehr Autos

Vandalismus: In NRW brennen immer mehr Autos
Im Januar brannten in Monheim zwei Autos. Weil das Benzin auslief, war der Brand schwer zu löschen. FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. Hunderte Autos werden in Nordrhein-Westfalen jedes Jahr angezündet. In diesem Jahr könnte die Zahl erstmals sogar über 800 Taten steigen. Von Milena Reimann

Im ersten Halbjahr 2016 standen in NRW nach Informationen des Landeskriminalamtes (LKA) bereits 420 Autos aufgrund von Brandstiftung in Flammen. Setzt sich diese Entwicklung auch im zweiten Halbjahr fort, wären 2016 deutlich mehr Autos angezündet worden als 2015 und in den Jahren davor. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Brandstiftungen laut LKA 704, im Jahr davor waren es 672 Fälle. Zuerst hatten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" über diese Entwicklung berichtet.

Neun Fälle in Düsseldorf

Der FDP-Landtagsabegordnete Ralf Witzel hatte eine Anfrage zu den Fallzahlen an das NRW-Innenministerium gestellt. Die Antwort auf liegt unserer Redaktion vor.

Demnach sehen die Fallzahlen je nach Region sehr unterschiedlich aus: In Köln (der größten Stadt in NRW) gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 45 brennende Autos, im gesamten Vorjahr waren es 57. Auch Wuppertal verzeichnete viele Brandstiftungen, von Januar bis Juni dieses Jahres waren es 19 Stück – im gesamten Jahr 2015 kam die Stadt auf 29 Fälle. Zum Vergleich: In Düsseldorf, einer deutlich größeren Stadt, gab es im ersten Halbjahr 2016 nur neun Pkw-Brandstiftungen (2015 waren es insgesamt 26).

In Monheim im Kreis Mettmann brannten zwischen Januar und Juli 2016 neun Autos, die Polizei geht in diesen Fällen von Brandstiftung aus. "Dass mal ein Pkw brennt, kommt vor. Zumindest nach meinem Gefühl ist es aber nicht so, dass wir ein großes Problem mit Brandstiftungen an Pkw hätten", sagte eine Sprecherin der Polizei im Kreis Mettmann unserer Redaktion.

Die Statistik gibt ihr Recht, außer den neun Bränden in Monheim gab es im ersten Halbjahr 2016 laut des Innenministeriums keine weiteren Auto-Brände im Kreis Mettmann. Auch im Vorjahr waren es dort nur 13 Brandstiftungen.

Aufklärungsquote von 23 Prozent

FDP-Politker Witzel sieht dennoch "das subjektive aber auch das objektive Sicherheitsempfinden der Bürger durch diese negative Entwicklung in betroffenen Regionen stark beeinträchtigt". Ein brennender Pkw könnte nicht nur daneben abgestellte Fahrzeuge, sondern auch benachbarte Wohn- und Geschäftsgebäude erheblich in Mitleidenschaft ziehen.

Die Aufklärungsquote für die Pkw-Brandstiftungen liegt für 2015 und 2016 bei etwa 23 Prozent. Das Innenministerium weist darauf hin, dass die Quote aufgrund der eher geringen Fallzahl kaum Aussagekraft hätte. "Die Taten werden blitzartig, mit einfachen Mitteln und zu Zeiten und an Orten begangen, für die kaum Zeugen zur Verfügung stehen." Außerdem sei die Spurensicherung wegen der Brandschäden aufwendig und schwierig. Die Landesregierung, so steht es in der Antwort auf die Anfrage, "nimmt diese Delikte weiterhin sehr ernst".

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