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625.122 Grundschüler in NRW
Zeugnis-Nachhilfe für Eltern

625.122 Grundschüler in NRW: Zeugnis-Nachhilfe für Eltern
FOTO: RPO/Ferl
Mönchengladbach. In vielen Grundschulen ist es Praxis, dass die Eltern von Erstklässlern das Zeugnis entgegennehmen und mit dem Lehrer besprechen. Denn sowohl Kindern als auch Erwachsenen sei oft nicht klar, was die Beurteilungen bedeuten sollen. Von Leslie Brook und Gabi Peters

Für die Eltern ist es ein großer Moment: Gleich werden sie wissen, wie sich ihr Sohn oder ihre Tochter im ersten Schuljahr gemacht hat. Doch es ist nicht ihr Kind, das ihnen das dichtbeschriebene Zeugnis in die Hand drückt, sondern der Lehrer. Bei einem Gesprächstermin erläutert der Lehrer ihnen, was die Formulierungen genau bedeuten sollen.

Rund 2,5 Millionen Schüler bekommen am Freitag in NRW ihre Zeugnisse, davon sind 625.122 Grundschüler. In vielen Grundschulen ist es inzwischen Praxis, dass Eltern stellvertretend für ihre Kinder die Bewertung einige Tage vor dem letzten Schultag mit nach Hause nehmen und dort mit dem Kind durchgehen. Am letzten Schultag werden die Kinder nur noch verabschiedet.

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Ausgiebige Gespräche mit den Eltern über die Zeugnisse haben sich bewährt, sagt Ursula Schreurs-Dewies, Schulamtsdirektorin in Mönchengladbach. Denn schriftliche Beurteilungen seien etwas anderes als bloße Noten. "Vor allem in der ersten Klasse wollen die Eltern erfahren, was sie in den Händen halten", sagt Schreurs-Dewies. Sie hat schon häufig bemerkt, dass Eltern die Beurteilungen der Lehrer über die Leistungen der Kinder missverstehen.

"Ein gutes Beispiel ist: ,Er hat sich immer viel Mühe gegeben.' Wir meinen das positiv. Eltern vergleichen das aber oft mit ihrem beruflichen Alltag. In der Arbeitswelt ist ,hat sich bemüht' ziemlich negativ belegt." Häufig würden in vielen Schulen auch Termine gemacht, zu denen den Kindern das Zeugnis vorgelesen wird, weil sie dies selbst am Ende des ersten Schuljahres noch nicht können. "Wenn den Schülern dann gesagt wird ,Du redest gerne mit deinem Tischnachbarn' guckt man oft in strahlende kleine Gesichter und hört dann: ,Ja, das stimmt.'"

Jeder Schule ist es laut NRW-Schulministerium überlassen, ob sie solche Gesprächstermine anbietet. Dafür gebe es keine Vorschriften, sagt eine Sprecherin, das falle in den Bereich der Elternarbeit. Es sei grundsätzlich positiv zu bewerten, wenn sich Schulen die Zeit nähmen, den Eltern das Zeugnis in einem persönlichen Gespräch zu erläutern.

Das sagen Schüler und Lehrer zur Benotung
Quelle: RP
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